Ein Verbund aus Sozialversicherungen, IT-Unternehmen und dem Zentrum für Digitale Souveränität der Öffentlichen Verwaltung (ZenDiS) hat OpenDesk als Notfallarbeitsplatz für Krisensituationen getestet.
Die Deutsche Rentenversicherung Bund, die Bundesagentur für Arbeit, die BITMARCK Holding GmbH und die BG-Phoenics GmbH kommen gemeinsam mit dem ZenDiS zu dem Ergebnis, dass sich die Office- und Kollaborationssuite bereits für die Krisenkommunikation eignet.
Im Projekt „Cloudbasierte Kommunikation für kritische Infrastrukturen“ erprobten die Beteiligten OpenDesk in vier getrennten Installationen. Dabei prüften sie die Zusammenarbeit verschiedener Cloud-Infrastrukturen und die Verbindung zwischen unterschiedlichen Systemen. An dem Vorhaben wirkten außerdem IONOS, STACKIT und T-Systems mit. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie förderte das Projekt mit Mitteln der Europäischen Union.
Tests unter Bedingungen des betrieblichen Kontinuitätsmanagements umfassten die Module für Dateien, Chat, E-Mail und Videokonferenzen. Testnutzer prüften die Anwendungen unter realitätsnahen Krisenbedingungen und kamen zu positiven Ergebnissen. Auch der Umzug einer OpenDesk-Installation zwischen zwei verschiedenen Cloud-Plattformen gelang.
Die Projektergebnisse sollen in die europäische 8ra-Initiative einfließen, die eine sichere und unabhängige Cloud- und Edge-Infrastruktur in Europa entwickeln will. Dabei sollen unterschiedliche Anbieter miteinander arbeiten können.
Ab Ende August 2026 plant das ZenDiS einen öffentlichen Konsultationsprozess. Interessierte Stellen aus der öffentlichen Verwaltung sollen die Projektergebnisse diskutieren und Vorschläge für einen breiteren Einsatz von OpenDesk als Notfallarbeitsplatz einbringen können. OpenDesk lässt sich sowohl als reguläre Arbeitsplatzlösung als auch für die Kommunikation in Krisensituationen einsetzen. Das ZenDiS koordiniert als verantwortliche Stelle die Weiterentwicklung und das Betreiberumfeld.
Die Open-Source-Suite entstand im Umfeld des ZenDiS und kam im Oktober 2024 auf den Markt. Nach Angaben des Zentrums nutzen derzeit rund 100.000 Verwaltungsarbeitsplätze OpenDesk. Die einzelnen Komponenten basieren auf etablierten Open-Source-Projekten aus Deutschland und Europa.




