Umfrage: Angst vor Cyberkrieg wächst

Drei Viertel (75 Prozent) der Deutschen haben aktuell Angst vor einem Cyberkrieg gegen die Bundesrepublik, 20 Prozent befürchten, dass eine digitale Eskalation in einen konventionellen militärischen Konflikt münden könnte. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.

1000 Personen ab 16 Jahren hat der Bitkom-Verband befragen lassen. Dass die Bundeswehr ausreichend ausgestattet ist, um Deutschland im Cyberraum zu verteidigen glaubt nur eine Minderheit von 10 Prozent. 87 Prozent sehen die Truppe dazu nicht in der Lage.

Das Sondervermögen in Höhe von 100 Milliarden Euro, das der Stärkung der Bundeswehr dienen soll, erachten 48 Prozent als nicht ausreichend. 38 Prozent halten es für genau richtig in dieser Höhe, 9 Prozent findet die Ausgaben zu hoch, 4 Prozent würden der Bundeswehr grundsätzlich keine zusätzlichen Gelder zur Verfügung stellen.

76 Prozent fordern nun in der Umfrage, der Staat solle zusätzliche Wirtschaftssanktionen für den Angriffsfall in der Hinterhand haben. Rund 72 Prozent wollen Investitionen in die Sicherheit kritischer Infrastruktur, also etwa in den Schutz von Krankenhäusern oder Strom- und Wassernetzbetreibern. 67 Prozent wollen Investitionen in Cyberabwehr-Einheiten der Bundeswehr, 65 Prozent wünschen sich den Aufbau eines digitalen Katastrophenschutzes und knapp 57 Prozent sind der Meinung, es brauche Notfallschulungen der Bevölkerung zu digitalen Abwehrmaßnahmen. 3 Prozent finden, Deutschland solle sich nicht auf Cyberangriffe oder einen Cyberkrieg vorbereiten.

Die Bevölkerung hat zudem ein großes Informationsbedürfnis zum Ukraine-Krieg. 98 Prozent beziehen ihr Wissen über den Krieg aus Radio oder Fernsehen, 82 Prozent aus persönlichen Gesprächen und 51 Prozent aus Printmedien. Im Internet dominieren Online-Nachrichtenseiten (62 Prozent) als wichtigste Newsquelle, gefolgt von sozialen Netzwerken (42 Prozent). Mit Videoclips informieren sich 27 Prozent über den Krieg, 19 Prozent greifen auf Messenger-Dienste und 18 Prozent auf Podcasts zurück. Lediglich 10 Prozent informieren sich in Blogs und 5 Prozent auf Webseiten von Ministerien oder Behörden über das aktuelle Geschehen.

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