Ubuntu 25.04 verbessert Performance und bietet Devpacks

Ubuntu-Logo

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Die neue Ubuntu-Version „Plucky Puffin“ nutzt Gnome 48, schraubt am Installationsassistenten und führt für Programmierer das Konzept der Devpacks ein. Erstmals gibt es zudem ein Image der Desktop-Fassung für ARM64-Systeme.

Das soll Ubuntu vor allem auf Laptops mit ARM64-Prozessor bringen und den Betrieb in entsprechenden virtuellen Maschinen ermöglichen. Ein Ziel sind vor allem Windows-Laptops mit Snapdragon-Prozessor. Das neue ARM64-Image unterstützt dabei teilweise bereits die Hardware der Snapdragon X Elite-Plattform.

Neues auf dem Desktop

Die Desktop-Edition von Ubuntu 25.04 alias „Plucky Puffin“ steigt auf Gnome 48 um, das die Canonical-Entwickler wie immer an ihre Bedürfnisse angepasst haben. PDF-Dokumente präsentiert jetzt standardmäßig die Anwendung Papers. Sie soll vor allem eine modernere und benutzerfreundlichere Oberfläche bieten. Des Weiteren bestimmt der Desktop den Standort des Rechners über den Dienst BeaconDB. Der Wechsel zu diesem Geolocation Provider war notwendig geworden, nachdem Mozilla seinen entsprechenden Dienst eingestellt hatte.

Wer Plucky Puffin parallel zu Windows installiert, profitiert von den erweiterten Partitionierungs- und Verschlüsselungseinstellungen. Der Installationsassistent arbeitet zudem besser mit Windows-Installationen zusammen, die per Bitlocker verschlüsselt wurden.

Desktop von Ubuntu 25.04

Desktop von Ubuntu 25.04

Kernkomponenten

Die mitgelieferten und in den Repositories vorgehaltenen Softwarepakete hat Canonical aufgefrischt. So gehen Desktop-Anwender mit Firefox 137 ins Internet und erledigen die Büroarbeit mit LibreOffice 25.2 Die Fish-Shell meldet sich in Version 4, das Paketmanagement übernimmt APT 3.0.

Im System schlägt der aktuelle Linux Kernel 6.14, wodurch Ubuntu 25.04 weitere neue Hardwarekomponenten unterstützt. Das System aktiviert zudem auf entsprechenden Notebooks die Funktion NVIDIA Dynamic Boost. Sie verteilt die Leistung zwischen dem Hauptprozessor und der Grafikkarte dynamisch. So kann etwa der Grafikprozessor in Spielen deutlich mehr Leistung abrufen, ohne das Energiebudget für das gesamte System zu sprengen. Des Weiteren unterstützt Plucky Puffin offiziell Intel Core Ultra 200V Prozessoren mit eingebauten Intel Arc GPUs sowie Grafikkarten mit Intel Arc B580 und B570 (alias „Battlemage“).

Unter der Haube

Die Systemzeit holt sich das System über verschlüsselte Verbindungen bei entsprechenden NTS-Zeitservern – die betreibt Canonical seit Februar. Der NetworkManager unterstützt WLAN-Netzwerke, die zur Verschlüsselung das Verfahren „wpa-psk-sha256“ einsetzen. Den Systemstart kontrolliert Systemd v257.4, das jetzt ohne „utmp“-Unterstützung daherkommt. Systemd erstellt damit insbesondere nicht mehr „ /run/utmp“.

Plucky Puffin nutzt Netplan und die „wait-online“-Funktion von Systemd-networkd für die DNS-Auflösung. Damit soll das System eindeutiger feststellen können, wann es tatsächlich online ist. Die Initramfs-tools will Canonical langfristig durch die Alternative Dracut ersetzen. Dieses Werkzeug liegt daher schon Ubuntu 25.04 bei, gilt aber noch als experimentell. Abschließend hat das Ubuntu-Team noch die AppArmor-Profile überarbeitet.

Entwicklerlösungen

Programmierer erhalten unter anderem Python 3.13.3, Golang 1.24, Rust 1.84 und LLVM 20. Die kommenden Versionen des OpenJDK und die GCC stehen zudem als Vorschauen bereit – im Einzelnen OpenJDK 24ea und 25ea sowie der GCC 15.

Darüber hinaus führt Ubuntu 25.04 für Entwickler sogenannte Devpacks ein. Dabei handelt es sich um vorgegebene Bündel aus zusammengehörenden Snap-Paketen. Den Anfang macht ein Devpack für das Spring-Framework: Das Snap-Paket „devpack-for-spring“ ermöglicht es Programmierern, ihre Anwendungen gegen aktuelle Versionen des Spring Frameworks und Spring Boot zu testen.

Server-Geschichten

Authd heißt der neue Authentication-Dienst für Cloud Idententity Provider. In Plucky Puffin unterstützt er zusätzlich Google IAM. Der Active Directory Group Policy Client namens AdSys arbeitet mit dem aktuellen Polkit zusammen. Über QEMU 9.2 unterstützt Ubuntu AMD SEV-SNP. Mit dieser Technik in AMD-Prozessoren lassen sich virtuelle Maschinen in einer vertrauenswürdigen und abgesicherten Umgebung ausführen.

Auf Servern stehen zudem PHP 8.4, PostgreSQL 17 und MySQL 8.4.4 parat – letztgenannte Version ist die von Oracle mit Long Term Support gesegnete Fassung. OpenStack ist beim aktuellen Epoxy-Realease 2025.1 angekommen.

Kurze Lebenszeit und Kubuntu-Probleme

Canonical pflegt Ubuntu 25.04 nur neun Monate bis zum Januar 2026. Wer ein stabiles System mit einer längeren Unterstützung benötigt, sollte daher weiterhin zu Ubuntu 24.04 LTS greifen. Das erhält noch bis 2029 Aktualisierungen.

Neben Ubuntu liegen auch die offiziellen Derivate in neuen Versionen vor. Dazu zählt Kubuntu, bei dem die Entwickler allerdings das Upgrade auf die neue Version 25.04 ausgesetzt haben. Offenbar kommt es bei der Aktualisierung zu Problemen, die Anwender vor einem zerstörten Login-Bildschirm zurücklassen. Das Kubuntu-Team arbeitet bereits an einer Lösung. Wer bereits von dem Problem betroffen ist, findet auf Reddit einen Workaround.

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