Die Entwickler der kostenlosen und quelloffenen Verschlüsselungssoftware Truecrypt haben die neue Version 6.0 veröffentlicht.
Eine der wichtigsten Neuerungen ist die Unterstützung von Multi-Core Prozessoren. Damit sollen Ver- und Entschlüsselungsvorgänge wesentlich schneller ablaufen, wobei der Geschwindigkeitsgewinn angeblich proportional mit der Anzahl der vorhandenen Prozessorkerne zunimmt. Beispielsweise soll Truecrypt auf einem Quad-Core Prozessor vier mal schneller als bislang arbeiten. Die Entwickler belegen dies mit unter Windows ermittelten Benchmark-Ergebnissen.
Des Weiteren führt Truecrypt 6.0 ein neues Dateiformat für seine Datencontainer (die so genannten Volumes) ein. Damit wollen die Entwickler die Zuverlässigkeit, Geschwindigkeit und Erweiterbarkeit verbessern. So enthalten alle mit der neuen Version erstellten Volumes eine Sicherung des so genannten Headers. In diesem Bereich speichert Truecrypt alle zum Mounten erforderlichen Informationen, bei einem Defekt waren bislang alle Daten im Volume verloren. Der neue “Backup-Header” soll diesen Verlusten vorbeugen. Gleichzeitig wurde die Größe des Header-Bereichs auf 128 KByte aufgestockt, was genug Luft für zukünftige Funktionen und Erweiterungen bieten soll.
Unter Linux erstellt das neue Truecrypt nun auch versteckte Datencontainer (“Hidden Volumes”) und nutzt die Verschlüsselungsfunktionen des Kernels im XTS-Modus. Letzteres soll ebenfalls die Verarbeitungsgeschwindigkeit beim Ver- und Entschlüsseln erhöhen. Da der XTS-Modus derzeit allerdings noch als experimentell gekennzeichnet ist, dürfen Truecrypt-Anwender auch noch den bisherigen Weg über ein FUSE-Dateisystem gehen.
Zu diesen Hauptänderungen gesellen sich weitere Detailverbesserungen und Fehlerkorrekturen. Einige der neuen Funktionen bleiben allerdings wieder einmal ausschließlich Windows-Anwendern vorbehalten, wie etwa die Möglichkeit, ein verschlüsseltes, verstecktes Betriebssystem laufen zu lassen.
Den Download von Truecrypt 6.0 gibt es für verschiedene Betriebssysteme kostenlos.



