Tor-Projekt zerpflückt angebliches Hacking-Team-Angriffsszenario

Der Hack des Hacking Team bringt auch dem Tor-Projekt neue Erkenntnisse. Demnach sei der vom Hacking Team behauptete Tor-Browser-Exploit eine Ente.

Die Gewissheit entnehmen die Tor-Macher einer Powerpoint-Präsentation, die sich unter den geleakten Daten befand. Demnach kann das Hacking Team Tor-Browser nur gezielt bei einzelnen Nutzern und mit großem Aufwand abhören. Das Hacking Team hatte behauptet, es könne Tor-Nutzer deanonymisieren und verfolgen.

Tatsächlich zeige die Präsentation, dass es kein Exploit für den Browser gebe. Vielmehr installieren die Hacker ihre Hardware im Netzwerk der Zielperson und erhalten über ein Zero-Day-Exploit für Firefox, Chrome oder Safari Zugriff auf das System dieses Users. Dann konfigurieren sie den Tor Browser so, dass der Traffic über einen Socks-Proxy läuft.

Eine massenweise Überwachung von Tor-Nutzern schließt dieser Angriff aus. Er sei eher das Gegenteil davon, schreiben die Tor-Entwickler und erlaube eine sehr gezielte Überwachung. Wenn aber die Angreifer erstmal Root-Rechte auf dem Rechner ihres Ziels haben, würden ihnen ohnehin viele Optionen offen stehen. Wer Tails nutze, sei vor dem Angriff geschützt, weil sich der Exploit nicht ausführen lasse. Angreifer würden stets auf das schwächste Glied in der Kette zielen, der Tor-Browser sei dies jedoch nicht, stellen die Macher abschließend fest.

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