Top 500: Jülich hat Europas Schnellsten

Die neue Top 500-Liste der schnellsten Superrechner der Welt sieht weiterhin die IBM-Installation Blue Gene/L mit 478 Teraflops an der Spitze. Der Rechner des Forschungszentrums Jülich in Köln kann sich mit 167 Teraflops den zweiten Platz sichern und ist auf europäischem Terrain der schnellste Rechner.

Die Liste ist bei der Internationalen Konferenz für High-Performance-Computing (SC07) in Reno, im US-Bundesstaat Nevada vorgestellt worden.

In Jülich kommt ebenfalls ein Blue Gene-System zum Einsatz, dass sich allerdings dem Erstplatzierten des Lawrence Livermore National Laboratory in Kalifornien deutlich geschlagen geben muss. Der Blue Gene/L in Kalifornien hat in diesem Sommer ein Update erfahren. Vor dem Ausbau erreichte das System 280 Teraflops.

Auf dem dritten Platz landete ein neues System, das zudem noch in einem neuen Supercomputing-Center zum Einsatz kommt, dem Mexico Computing Applications Center (NMCAC) in Rio Rancho, New Mexico. Das System stammt von SGI und kommt auf 126,9 TFlop/s.

Ein weiteres Novum stellt die Installation der Computational Research Laboratories in Pune, Indien dar. Indien hat mit dem von Hewlett Packard gebauten Rechner, der 117,9 TFlop/s erreichen kann, erstmals Einzug in die Top Ten gehalten.

Superrechner, die in die Top 500 kommen wollen, müssen seit der Veröffentlichung der 30. Liste ein höheres Einstiegslevel ableisten. Waren es vor sechs Monaten bei Liste 29 noch 4,6 TFlop/s, sind es nun 5,9 TFlop/s auf Platz 500.

Multiccore-Prozessoren zeigen sich als Technologie der Wahl für die meisten Systeme. Die Herausgeber attestieren dem Intel Quadcore-Prozessor den größten Zuwachs. 102 Systeme sind damit ausgestattet, sechs Monate zuvor waren es noch 19 Rechner. Insgesamt setzen 354 Systems – 70,8 Prozent – Intel Prozessoren ein. AMD-Prozessoren haben im vergangenen Jahr IBMs Power-Architektur überholt und liegen weiter auf Platz zwei, allerdings mit nur noch 78 Systemen, verglichen mit 105 aus der vorangegangenen Liste.

Die Top 500-Liste wird von Herstellerseite aus gesehen nicht nur von der Spitze her – vier Systeme in den Top Ten – von IBM dominiert sondern auch in ihrer Gesamtheit: 232 Rechner von Big Blue tauchen darin auf.

Als nächster Meilenstein gilt nun die Petaflop-Grenze. IBM hat dafür den Blue Gene/P entwickelt, der als Plattform auch in Jülich zum Einsatz kommt. Neue Power-Prozessoren sollen im Jahr 2008 einen Schritt hin zum Petaflop-Rechner markieren. Ein weiteres Standbein in dieser Richtung markiert für IBM die “Roadrunner”-Rechner. Die bestehen aus AMD-Prozessoren und der Cell Broadband Engine, die durch den Einsatz in der Sony Playstation 3 bekannt wurde.

Der “Roadrunner” soll im Jahr 2008 in den USA beim Department of Energy Los Alamos National Laboratory installiert werden.

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