Südkorea plant Linux-Testballon

Nachdem ihre Windows-7-Lizenzen auslaufen, konkretisiert Südkorea nun zaghaft seine Pläne für einen Wechsel auf Linux und Linux-artige Betriebssysteme.

Dass Südkorea auf Linux wechseln möchte, kündigte sich bereits im Mai letzten Jahres an (Linux-Magazin berichtete). Demnach plant die Regierung für das Ministerium für Inneres und Sicherheit einen Wechsel von Windows auf Linux und will sich diesen etwa 655 Millionen US-Dollar kosten lassen.

Nun berichten Zdnet und weitere Medien über neue Details zu den Plänen. Diese betreffen demnach 3,3 Millionen PCs. Eine einheitliche Distribution scheint Südkorea dabei nicht im Auge zu haben, vielmehr sind bislang drei Linux-basierte Distributionen im Einsatz.

Das Verteidigungsministerium und die nationale Polizei-Agentur verwenden demnach bereits das Ubuntu-basierte Harmonica OS 3.0. Koreas Post will zu Tmax-OS wechseln, einer koreanischen Eigenentwicklung. Die basiert laut Zdnet zwar auf einem Linux, habe aber in der Vergangenheit Schlagzeilen damit gemacht, es mit der GPL-Lizenz nicht allzu genau zu nehmen. Einige Ministerien, darunter das Verteidigungsministerium, sollen zudem Gooroom Cloud OS verwenden, ein Debian-basiertes Cloud-Betriebssystem, das eher Chrome OS gleiche.

Windows-Anteil auf 50 Prozent senken

Nicht zuletzt erwähnt der Zdnet-Artikel vage Pläne, Linux auf den Regierungsrechnern als Desktop-as-a-Service (DaaS) einsetzen zu wollen. Dazu muss man wissen, dass Regierungsmitarbeiter in Südkorea zwei Rechner verwenden: einen rein internen und einen mit Internetanbindung. Während die internen Rechner weiterhin Windows unterstützen sollen, könnte auf den externen Rechnern zukünftig ein Cloud-basierter Linux-Desktop laufen.

Offiziell möchte die Regierung den Windows-Marktanteil in der öffentlichen Verwaltung von 99 auf 50 Prozent senken. Konkret sollen erste Pilotprojekte mit Linux im Oktober 2020 starten. Wie der Wechsel auf Linux ausgeht, ist allerdings völlig offen: Wie Zdnet schreibt, sind die Pläne noch eher vage und könnten auch schlicht ein Manöver sein, um die Preise für Microsoft-Lizenzen zu drücken.

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