Eine Studie von F5 Labs belegt, dass sich DDoS-Angriffe (Distributed Denial of Service) im Jahr 2023 gegenüber dem Vorjahr verdoppelt haben. Im Bericht „DDoS Attack Trends 2024“ sind weltweit 2127 Angriffe im Jahr 2023 verzeichnet, gegenüber 1003 im Jahr 2022.
F5 Labs ist ein Multi-Cloud-Anwendungsservice- und Sicherheitsunternehmen, das für die DDoS Attack Trends 2024 die per eigener F5 Distributed Cloud Plattform aufgezeichneten Vorfälle mit Erkenntnissen der F5-Teams für Security Incident Response, Threat Analytics und Reporting kombiniert hat.
Demnach waren Unternehmen im Jahr 2023 durchschnittlich 11 DDoS-Angriffen ausgesetzt. Die am stärksten betroffene Organisation verzeichnete 187 separate Attacken, darunter befand sich der größte von F5 Labs registrierte Einzelangriff.
Gemäß der Analyse von F5 Labs blieben die Angriffsgrößen fast während des gesamten Jahres 2023 hoch und lagen über 100 Gb/s, viele sogar über 500 Gb/s. Zudem verändern sich die Taktiken: So nahmen laut Studie im Jahr 2022 Attacken auf die Anwendungsschicht (einschließlich HTTP(S)-Floods und DNS-Abfragen) zu und erreichten im ersten Quartal 2023 einen Anteil von fast 40 Prozent an allen Angriffen. Während des Jahres 2023 kehrte sich diese Entwicklung jedoch um. Der Anteil der Angriffe auf die Anwendungsschicht fiel auf etwa 25 Prozent, wohingegen volumetrische und Protokoll-Angriffe stiegen.
Die Branche Software und Computerdienste verzeichnete 2023 mehr als doppelt so viele DDoS-Aktivitäten wie im Vorjahr. Der weiterhin am stärksten betroffene Sektor war das Ziel von 37 Prozent aller Angriffe. Den stärksten Anstieg erlebte die Telekommunikationsbranche. Dort nahmen die Angriffe im vergangenen Jahr um 655 Prozent zu. Damit machten sie knapp ein Viertel (23 Prozent) aller von F5 Labs im Jahr 2023 erfassten DDoS-Angriffe aus.
Auf Platz drei liegen die Support Services mit 11 Prozent aller Angriffe. Dieser Sektor war Ziel des größten registrierten Angriffs mit 1 TBit/s, der im März stattfand. Hier sollte das betroffene Unternehmen mit einer Flut von TCP SYN-Paketen lahmgelegt werden, berichtet F5 Labs.
Die USA, Frankreich, Saudi-Arabien, Italien, Belgien und Großbritannien waren im vergangenen Jahr Ziel von 80 Prozent aller DDoS-Angriffe. Alleine die USA erlebten 38 Prozent der Attacken, mehr als doppelt so viele wie das am zweithäufigsten angegriffene Frankreich.
Die gesamte EMEA-Region war im Jahr 2023 von 57 Prozent aller Vorfälle betroffen, wobei sich die Zahl der Vorfälle im Vergleich zu 2022 mehr als verdreifachte.



