Auf der heute eröffneten Kubecon und Cloud Native Con Europe 2019 tauschen sich tausende von Besuchern über Kubernetes und Container-Technologien aus.
Die Zahl der Besucher hat sich gegenüber dem Vorjahr fast verdoppelt: 7700 lautet die offizielle Zahl. 2018 pilgerten noch 4300 Menschen nach Kopenhagen. Das zeigt, dass der Trend zu Containertechnologie ungebrochen scheint.
In seiner Keynote erinnerte CNCF-Chef Dan Kohn einmal mehr daran, was Kubernetes groß mache: Das seien vor allem die Menschen. “Kubernetes is people”. Tatsächlich zählt das Projekt mehr als 31 000 Contributor. Für alle CNCF-Projekte zusammen kommt Cheryl Hung, Director of Ecosystem bei der CNCF, gar auf rund 56 000 Codelieferanten, bei 2,66 Millionen Codebeiträgen.
Community First
Dominiert wurden die Keynotes einerseits von Community-Themen. Cheryl Hung wies einmal mehr auf den geringen Frauenanteil in der CNCF-Community hin (zwei bis drei Prozent), der aber dem in der Open-Source-Entwicklung generell entspricht. Mit verschiedenen Förderprogrammen will die CNCF dagegen steuern. Daneben erzählten der Finne Lucas Käldström (CNCF Ambassador) und die Inderin Nikhita Raghunath (Loodse), wie sie zum Kubernetes-Projekt kamen. Geschichten, die nicht besonders spannend waren, aber vermutlich jüngere Entwickler ermutigen, an Kubernetes und den zahlreichen Komponenten des Ökosystems mitzuarbeiten.
Diese Komponenten und ihre Neuerungen vorzustellen, übernahm dann der Vmware-Mitarbeiter Bryan Liles, der teils auch Vertreter der Projekte auf die Bühne rief. So berichteten Ben Sigelmann und Morgan McLean über eine Fusion: Die beiden Projekte Open Tracing und Open Census wachsen zu einem zusammen. Open Telemetry soll Transparenz in die Kubernetes-Installationen bringen und Logs, Traces sowie Metriken sichtbar machen.
Einfacher vernetzt
Vijoy Pandey von Cisco stellte Network Service Mesh (NSM) vor. Das Projekt befindet sich im Sandbox-Stadium und soll Probleme auf den Netzwerkebenen 2 und 3 lösen. Eine einfache Einführung gibt es hier. Interessant ist, dass das Konfigurieren von IP-Adressen, Subnetzen und Routern dank NSM entfällt. Nutzer müssen lediglich einige Yaml-Files anlegen, um etwa einen Tunnel ins Firmen-VPN zu legen.
Eduardo Silva stellte Fluentd vor, das im April zu einem ausgereiften Projekt (Graduate) erklärt wurde. Aktuell ist die Version 1.5, die unter anderem Transportverschlüsselung mit TLS für HTTP und Syslog sowie Keepalive für Forward-Output-Plugin unterstützt. Zudem wurde die Dokumentation von Fluentd überarbeitet und verwende das Projekt nun Gitlab für die CI.
Tiller ist weg
Linkerd 2.3 ist ebenfalls kürzlich erschienen und verschlüsselt nun die Kommunikation der Proxies untereinander konfigurationsfrei mit mTLS. Die nächste Version 2.4 soll im Juni erscheinen und unterstützt Traffic Shifting.
Ebenfalls im Anmarsch ist Helm-Version 3.0.0: Der clientseitige Package-Manager schickt Tiller in den Ruhestand, was beim anwesenden Publikum spontanen Applaus hervorrief. Helm 3 speichert zudem Release-Informationen im selben Namespace wie den Release selbst, was den Wechsel zwischen Namespaces erlauben soll. Nicht zuletzt lassen sich Chart-Werte nun mit Json-Schema validieren. Weitere Neuerungen liefert Github.
Nicht zuletzt gab es kurze Ankündigungen zur sicheren Container-Registry Harbor und der Storage-Orchestration Rook. Das erste befindet sich im Inkubation-Stadium und liefert in Version 1.8 unter anderem Open-ID-Support und ein Health-Check-API. Auch so genannte Robot-Accounts, wie sie Github anbietet, unterstützt Harbor nun. Rook erreichte kürzlich Version 1.0 und bringt Verbesserungen für Ceph, Edge FS und Minio mit.




