Schneller und kleiner: Linux-tiny

Lediglich 197 KByte groß ist der kleinste Kernel, der mit Hilfe der Patchsammlung Linux-tiny Project entstanden ist. Nach zwei ereignislosen Jahren wollen Maintainer Michael Opdenacker und weitere Entwickler das Projekt zu neuem Leben erwecken.

Ursprünglich wurde das “Linux-tiny Project” von Matt Mackall initiiert, der auch mehrere Jahre Maintainer des Patchsets war. Tim Bird, einer der Mitstreiter des neuen Teams, dem auch John Cooper, Mitarbeiter beim Spezialisten für Embedded System Wind River, angehört, hat die Auferstehung des Projekts in der Linux Kernel Mailing List (lkml) angekündigt. Das erste neue Patchset wurde aktualisiert und ist für den Kernel 2.6.22 verfügbar. Primäres Ziel der vorliegenden Veröffentlichung sind umfangreiche Tests, um die effektivsten Sub-Patches innerhalb der nächsten Monate zu evaluieren. Als Zielplattformen nennen die Entwickler alte 386-Systeme und Handhelds.

Kernel-Maintainer Andrew Morton zeigt sich auf der Kernel-Mailingliste begeistert. Er möchte die Patches in den “-mm”-Tree aufnehmen, um sie schnellst möglich in den Mainline-Kernel zu bringen. Er schreibt, dass es keinen Sinn mache, eine solche Patchsammlung privat zu pflegen. Lediglich jene Patches, die niemals eine Chance auf Aufnahme haben, sollten so gepflegt werden.

Michael Opdenacker, der neue Projekt-Maintainer, stimmt dem Vorschlag Mortons zu: “Du hast recht. Es sollten alle Patches in die Mainline aufgenommen werden oder sterben.” Tim Bird fügt hinzu, dass das Patchkit Entwicklern Zeit und Raum zum Arbeiten verschaffe, so lange die Patches außerhalb der Mainline seien. So könnten mehrere Menschen daran arbeiten. “Optimalerweise soll der Zeitraum Out-of-Mainline sehr kurz sein. Doch meine Erfahrungen haben gezeigt, dass das was von Embedded-Entwicklern als wichtig empfunden wird, von anderen Entwicklern nicht als wichtig empfunden wird.” führt Bird weiter aus.

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