Stell Dir vor, es ist der größte Red Hat Summit aller Zeiten und keiner geht hin. So passiert in der virtuellen Ausgabe des Red Hat Summit 2020.
Auch Paul Cormier, der neue CEO von Red Hat, arbeitet offenbar von zu Hause und hatte sich für einen Hintergrund mit Holzmöbel und angedeuteter amerikanischer Flagge (Patriotismus!) entschieden. Natürlich durfte auch der rote Hut nicht fehlen, der sich als Leitmotiv durch die Videokonferenz-Hintergründe der Vortragenden zog. Ein zweites Leitmotiv, aber sicherlich Geschmackssache, waren mit Trophäen und Auszeichnungen vollgestellte Regale, Tische und Kamine im Hintergrund. Andererseits: Bevor sie in einer Vitrine verstauben…

Der neue (links) und der alte Chef (rechts) von Red Hat unterhielten sich auf dem Red Hat Summit 2020 Virtual Experience.
38000 Registrierungen soll es laut Cormier für den Red Hat Summit 2020 gegeben haben. Der neue Chef bemühte sich, eine Kontinuität zum Vorgänger Jim Whitehurst zu demonstrieren, indem er diesen kurzerhand in seine Konferenz einlud. Whitehurst (roter Hut, Throphäentisch) sprach unter anderem über die Zukunft von Red Hat bei IBM. Dabei machte er deutlich: Red Hat muss von IBM unabhängig bleiben. Nur so könne das Unternehmen auch mit Konkurrenten von IBM zusammenarbeiten und überzeugend neutrale Plattformen anbieten.
Corona-Folgen
Auch COVID-19 spielte selbstverständlich eine Rolle und habe natürlich auch Auswirkungen auf Red Hat und seine Mitarbeiter. Aber anders als bei anderen Unternehmen sei es für Red Hat normal, dass viele Mitarbeiter Remote arbeiten, “speziell im Produkt- und Engineering-Bereich.” So seien typischerweise 25 bis 30 Prozent der Techniker 100 Prozent Remote beschäftigt. Auch die Mitarbeiter im Büro arbeiten auch immer mal wieder von zu Hause. Die Produktentwicklung laufe daher zu 100 Prozent weiter, auch wenn die Interaktion mit den Kunden nun schwieriger sei. Red Hat helfe ihnen aber täglich, ihre Geschäfte am Laufen zu halten.
Einige Kunden von Red Hat können zurzeit ihre Rechenzentren nicht besuchen, sie seien auf die Public Cloud angewiesen. Mit OpenShift und RHEL sei das aber eine einfache Umstellung. Andere Kunden versuchen, die Kosten zu senken und effizienter zu werden und bewegen sich weg von den oft kostspieligen Public-Cloud-Anbietern. Generell sei es in beiden Fällen für die Kunden hilfreich, eine flexible Infrastruktur zu haben.
Zu den Neuerungen bei Red Hat gab Matt Hicks Auskunft, der Chef für Produktentwicklung und Technologien ist. Zunächst stellte er Red Hats Antworten auf die Corona-Krise vor. So reduziert das Unternehmen den Preis für seine Technical-Account-Management-Dienste für Neukunden um 50 Prozent und erweitert für einige Teile des Portfolios den Produkt-Lebenszyklus. Zudem bietet Red Hat einige Trainings kostenlos an.
Updates für OpenShift
Technisch wies Hicks auf die Neuerungen im Container-Stack hin: OpenShift 4.4 setzt auf Kubernetes 1.17, unterstützt HA-Proxy 2.0 und den Etcd-Operator. Neu ist das Advanced Cluster Management for Kubernetes. Das erlaubt es, über OpenShift auch mehrere Kubernetes-Cluster einfach zu verwalten, das schließt auch Cloud-Native-Anwendungen ein. OpenShift kommt nun zudem auch mit virtuellen Maschinen zurecht, was einen Mischbetrieb von Containern und VMs aus einer Hand möglich macht. Dafür kommt als Upstream-Projekt Kubevirt zum Einsatz.
Besonders für die Telekommunikationsunternehmen (Telcos) und 5G-Einsatzfälle sind die Änderungen von Interesse. Hier kommen häufig virtuelle Maschinen zum Einsatz, wird aber langfristig der Wechsel auf Container vorbereitet. Überhaupt die Telcos: Sie würden Red Hat, aber auch RHEL, das als Basis für das gesamte Ökosystem fungiert, immer wieder an ihre Grenzen bringen. So schieben sie aber auch Innovationen an, wie OpenStack und OpenShift.
RHEL intelligenter machen
Auch RHEL kam zur Sprache, das quasi das Fundament der Red-Hat-Plattformen bildet. Und dessen Basis ist wiederum der Linux-Kernel. Von dessen Fortschritten profitiere neben RHEL auch Red Hats Plattform OpenShift, etwa in Form von Podman und Udica (mit dem sich einfacher SE-Linux-Richtlinien aufstellen lassen) und der Möglichkeit, neuerdings Container ohne Rootrechte zu verwenden.
Zu den Plänen für RHEL gehört, das Insight-Programm weiter auszubauen, um webbasierte Änderungen an den RHEL-Installationen auszuführen. RHEL soll künftig aber auch grafisch einfacher zu bedienen sein, um auch Admins anzuziehen, denen die Kommandozeile zu umständlich ist. Zugleich soll RHEL in Zukunft Konfigurationsprobleme stärker automatisch erkennen und davor warnen oder diese möglichst gleich beheben. Auch Ansible könnte künftig eine stärkere Rolle spielen, folgt man den Worten von Tim Cramer, der für den Bereich Software Engineering zuständig ist. Er lobte die Einfachheit der Software und möchte sie künftig stärker in Red Hats Ökosystem integrieren.






Hä? Was soll denn der Anreißer mit “Stell Dir vor, es ist der größte Red Hat Summit aller Zeiten und keiner geht hin. So passiert in der virtuellen Ausgabe des Red Hat Summit 2020.”?
War jetzt niemand da? Oder doch? 38000 Registrierungen klingt doch mehr als nix?