In seiner neuesten Version 0.3 bringt das Multimedia-Framework Pipewire interessante Neuerungen mit. Das API ist nun stabil, zudem gibt es gute Nachrichten für Nutzer des JACK Audio Connection Kit.
Die Macher des Multimedia-Frameworks Pipewire selbst sprechen von einem “Major Milestone” in der Pipewire-Entwicklung und nennen den JACK-Support als erstes. Der Kompatibilitäts-Layer für JACK 1 lasse sich neuerdings – dank eines Scheduler-Umbaus – mit der Performance von JACK 2 betreiben. Der Unterschied zwischen den JACK-Versionen: Version 2 ist in C++ geschrieben und nimmt Rücksicht auf Multi-Prozessor-Hardware. Doch auch das in C geschriebene JACK 1 existiert weiterhin und wird gepflegt.
Neben einer Kompatibilitäts-Bibliothek für JACK bringt Pipewire 0.3 auch welche für PulseAudio und ALSA mit. Während der Support für die ALSA-Bibliothek “ziemlich vollständig” sei, bräuchten die für JACK und PulseAudio noch etwas Arbeit. Generell raten die Entwickler davon ab, bereits jetzt von PulseAudio und JACK weg zu migrieren.
Auch wichtig: Das API von Pipewire gilt nun als stabil. Development-Dateien und Laufzeit-Pfade sind versioniert, so dass nicht-kompatible Änderungen künftig keine von Pipewire abhängigen Anwendungen mehr lahmlegen.
Spartanische Sessions
Ein rudimentärer Session-Manager kontrolliert und füllte den Pipewire-Graphen mit Daten. Es handele sich laut den Release Notes aber eher um eine Beispiel-Anwendung. Künftige Versionen wechseln wohl entweder auf flexiblere Session-Manager oder verbessern die Konfigurationsoptionen des Beispiel-Programms.
Pipewire bringt außerdem ein paar GStreamer-Plugins mit, um Daten für Pipewire zu konsumieren oder welche zu erzeugen. Während der Consumer (“pipewiresrc”) meist gut funktioniert, gilt der Erzeuger (“pipewiresink”) noch als problematisch.



