Das Opensuse-Projekt hat eine neue Version seiner schlanken Distribution für verteilte Infrastrukturen und Edge-Systeme veröffentlicht. Gleichzeitig erreicht Leap Micro 5.4 sein Lebensende.
Leap Micro 6.0 basiert auf dem kommerziellen SUSE Linux Enterprise Micro 6.0 und dient in erster Linie als stabiler Unterbau beziehungsweise Host für Container und virtuelle Maschinen. In diesem Einsatzgebiet spielt die Sicherheit eine große Rolle. Dem trägt die neue Version Rechnung, indem sie eine Full Disk Encryption (FDE) anbietet. Des Weiteren ist jetzt standardmäßig die Sicherheitstechnik SELinux aktiv.
Die Administration erfolgt über das Web-Interface Cockpit, das auch schon in anderen Distributionen zum Einsatz kommt. Container jongliert Podman in der Verison 4.7.1. Auf Systemen mit x86_64-Architektur lässt sich ein Echtzeitkernel aktivieren. Allerdings funktioniert dann KVM nicht, wodurch virtuelle Maschinen deutlich langsamer laufen.
Die Unterstützung eines Legacy BIOS auf x86_64-Systemen gilt als deprecated und wird in einer der kommenden Leap Micro-Versionen gestrichen. Gleiches gilt für das Tracing-Toolkit LTTng. Die Public Cloud Images nutzen zur Initialisierung nicht mehr Ignition und Afterburn, sondern stattdessen „cloud-init“ sowie je nach Cloud den Azure Agent und das Google Guest Environment.
Leap Micro kommt in einer Base- und einer Default-Variante. Nur letztgenannte bringt alles Notwendige für den Betrieb von virtuellen Maschinen mit. Beide Editionen können aber Container starten.
Des Weiteren läuft der Support für Leap Micro 5.4 aus. Wer dieses System noch verwendet, sollte zumindest auf die Version 5.5 umsteigen. Diese Version unterstützen die Entwickler noch bis zum Erscheinen von Leap Micro 6.1.




