Die Open Stack Foundation arbeitet an einer Zertifizierung für Open-Stack-Admins. Das verriet Mark Collier, COO der Open Stack Foundation, am Rande des Open Stack Dach Day 2015.
Im Interview mit dem Linux-Magazin gab Collier zu Protokoll, dass eine Zertifizierung der nächste Schritt sei, es aber noch keine spruchreifen Ergebnisse gebe. Aktuell gebe es jedoch weitere Optionen, sich als Entwickler über Open Stack zu informieren, so etwa die Upstream University. Sie biete regelmäßig freie und kostenpflichtige Trainings für Open-Stack-Interessierte an. Diese erhalten Gelegenheit, erste Patches zu schreiben und den Entwicklungsprozess kennenzulernen.
Daneben sprach Collier über die Big-Tent-Initiative. Hintergrund des Projektumbaus ist das schnelle Wachstum von Open Stack. Die zahlreichen Unterprojekte befinden sich auf unterschiedlichen Entwicklungsstufen. In der Folge verwenden erfahrene Admins nicht den vom Projekt propagierten Integrated Release, sondern suchen sich die Komponenten nach Bedarf zusammen. Dabei greifen sie auch auf externe und alternative Komponenten zurück, die nicht zum Integrated Release gehören. Einsteiger verwirre das jetzige Modell hingegen eher.
Die Big-Tent-Initiative will hingegen ein Nebeneinander verschiedener Lösungen ermöglichen, erklärt Entwickler Nick Chase im Blog von Mirantis. Neben Ceilometer gebe es zum Beispiel noch Stacktach und Monasca, viele Open-Stack-Admins verwenden für das Deployment nicht die offizielle Lösung TripleO, sondern Puppet, Chef oder Ansible. Für all diese Projekte soll es künftig ein Tagging-Framework geben, um präzisere Informationen über die Komponenten zu erhalten.
Collier setzt auf die Community, um die Projekte zu klassifizieren und den Reifegrad einzuschätzen. Open-Stack-Nutzer würden dank des neuen Systems schneller erfahren, welche Projekte ausgereift sind, für welche es Security-Support gibt, welche häufig im Einsatz und welche massiv skalierbar seien und so weiter. Man wolle die Wahl der Comunity stärker berücksichtigen, mehr Ressourcen und Hilfe anbieten. Das könne zu einer besseren Zusammenarbeit führen, allerdings gibt er zu, dass der Ansatz die projektübergreifende Koordination erschweren könne. Auf den Summits ließen sich aber entsprechende Diskussionen starten, zudem könne die Open Stack Common Libraries (OSLO) helfen, erklärte Collier.
Eine Art abgespeckte Variante für kleinere Unternehmen planen die Open-Stack-Entwickler offenbar nicht. Collier empfiehlt diesen, die Public Clouds der größeren Anbieter zu wählen oder auf Hosted Private Clouds zurückzugreifen. Wie das Projekt denn mit den zahlreichen Open-Stack-Distributionen der verschiedenen Unternehmen umgehe, die häufig eher an die hauseigenen Features denken, wollte das Linux-Magazin als nächstes wissen. Collier verwies auf die in diesem Jahr eingeführten Interoperability Tests. Viele der Anbieter im Open Stack Marketplace hätten solche Tests bereits absolviert, noch seien sie im Markt Place aber nicht verpflichtend.
Eine Roadmap für Open Stack gebe es nicht, da das Projekt Entscheidungen meist auf den Summit treffe. Aber man werde sicherlich den Support für Container stärken. Er schätze, Magnum, die Container-Komponente von Open Stack, werde in den nächsten sechs bis zwölf Monaten zu einem Kernprojekt werden. Zu den wichtigen nächsten Schritten gehöre zudem der Aufbau des erwähnten Tagging-Systems und die Arbeit an einer besseren Nutzereinbindung. So könnten die erfahrenen User zu Guides werden, die Neuankömmlingen Orientierung bieten.






