Nur zwei Kandidaten treten bei der anstehenden Wahl zum Debian Project Leader (DPL) an und haben ihre Programme vorgestellt. Der dritte hat seine Kandidatur zurückgezogen.
Unvorhergesehene Ereignisse in seinem Privatleben hinderten ihn an der Kandidatur, schreibt Gergely Nagy in seiner Rückzugsmail. Die anderen beiden, der Franzose Lucas Nussbaum und der Brite Neil McGovern, haben ihre Wahlprogramme, bei Debian “platforms” genannt, auf den Debian-Webseiten publiziert.
Der amtierende DPL Nussbaum ist Universitätsdozent und seit 2007 Debian-Entwickler. Vor seiner Amtszeit hat er für Debian unter anderem Ruby-Pakete betreut, sich um die Zusammenarbeit mit Ubuntu gekümmert und die Ultimate Debian Database betrieben, die Informationen aus unterschiedlichen Ressourcen des Projekts zusammenführt.
Im Falle seiner Wahl möchte er angesichts der NSA-Affäre die Vertrauenswürdigkeit der von Debian gepflegten Softwarepakete verbessern. Daneben will er Debian zu einer freundlicheren Umgebung für Softwareprojekte, Derivate und potenzielle Mitwirkende machen. Außerdem soll das Projekt sein Ansehen für Verbesserungen im gesamten Free-Software-Ökosystem einsetzen. Im Großen und Ganzen möchte Nussbaum seine Erfahrungen aus seinem ersten Amtsjahr zum Nutzen des Projekts einsetzen.
Sein Kontrahent Neil McGovern wurde im Jahr 2005 zum Debian Developer ernannt. Seitdem war er unter anderem im Release Team aktiv und fungierte als Release Manager für die Debian-Ausgaben Lenny, Squeeze und Wheezy. Derzeit ist er einer der Pressebeauftragten des Projekts, unterstützt den Debian-Schriftführer und arbeitet ehrenamtlich noch in weiteren Funktionen für die freie Linux-Distribution. Daneben war er von 2008 bis 2012 Stadt Stadtrat in Cambridge, seinen Lebensunterhalt verdient er beim Open-Source-Beratungsunternehmen Collabora.
Falls er Debian Project Leader wird, möchte er die Anwender noch besser bedienen und damit auch neue Debian-User gewinnen. Zu diesem Zweck möchte McGovern Personal Package Archives (PPA) wie bei Ubuntu einrichten, in denen Entwickler zusätzliche Softwarepakete anbieten können. Daneben will er die Build- und Infrastruktursysteme des Projekts modernisieren. Außerdem möchte er das Engagement von Mitarbeitern fördern, die etwas anderes tun, als Software zu paketieren. In einem täglichen Log will er wie der Ex-DPL Stefano Zacchiroli seine Aktivitäten publik machen.
Derzeit läuft der Wahlkampf, vom 31 . März bis 13 April 2014 werden die Debian-Mitglieder dann ihre Stimmen abgeben.





