Den Desktop-Client von Nextcloud gibt es neuerdings in Version 2.5. Die bringt unter anderem Ende-zu-Ende-Verschlüsselung mit und vereinfacht die Bedienung.
Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung (E2EE für End-to-End-Encryption) schützt Nextcloud-Anwender vor potenziellen Einbrüchen auf dem Server oder vor zu neugierigen Sysadmins in Rechenzentren.
Einen Nachteil hat diese Methode allerdings: Auf die verschlüsselten Dateien dürfen Nutzer nicht über den Browser zugreifen. Auch das Teilen über den Browser funktioniert nicht. Denn das Ver- und Entschlüsseln von Daten über den Browser gilt als unsicher. Wer glaubt, dass der Server kompromittiert wurde, sollte nicht den Schlüssel zum Dechiffrieren der Dateien an diesen schicken, heißt es in der Release-Mitteilung.

Der Nextcloud-Client bietet ab Version 2.5 eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung an.
Anders als bei sonstiger Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ist es bei Nextcloud möglich, nur ein Subset von Dateien und Ordnern zu verschlüsseln. Die restlichen Daten bleiben unverschlüsselt und lassen sich wie gewohnt teilen. Weil das Synchronisieren der verschlüsselten Daten sequenziell passiert und das Protokoll umfassendes Locking verwende, erzeuge Ende-zu-Ende-Verschlüsselung noch einen ziemlichen Overhead und sei daher bislang nicht für große Mengen an Dateien geeignet. An dieser Einschränkung wolle man aber in den kommenden Versionen arbeiten.
Schöner anmelden
Daneben integriere sich der Client nun besser mit dem Server. Server-seitige Aktivitäten seien besser integriert, Benachrichtigungen lassen sich einfacher handhaben. Das betrifft zum Beispiel auch den Umgang mit 2FA: Der überarbeitete Login-Prozess lasse sich einfacher mit Single-Sign-on und einer Zwei-Faktor-Authentifizierung kombinieren.
Linux-Nutzer dürfte freuen, dass sich zu synchronisierende Ordner nun über die Libcloudproviders in die Sidebar des Gnome-Dateimanagers integrieren lassen. Der “Teilen”-Dialog ähnelt nun stärker dem auf Mobilgeräten. Die Nextcloud-App lässt sich zudem direkt über das Kontextmenü im System-Tray aufrufen.
Besser Syncen
Desweiteren können sich neue Nutzer direkt über den Desktop-Client auf einer bei einem Provider gehosteten Version von Nextcloud anmelden. Bisher klappt das nur über die Apps für Mobilgeräte und den direkten Aufruf der Webseite im Browser. Auch am Synchronisationsprozess haben die Entwickler geschraubt. Dateien lassen sich zuverlässiger und schneller synchronisieren, das Lösen von Konflikten soll einfacher sein. Nicht zuletzt tauchen beim Syncen auch Informationen zum verfügbaren Speicherplatz auf.
Herunterladen lässt sich der aktualisierte Desktop-Client über die Downloadseite des Projekts. Für Linux steht die Software unter anderem im App-Image-Format bereit. Für Ubuntu und Debian gibt es PPAs, Arch, Fedora und Opensuse Tumbleweed haben die Pakete in ihren Repositories.



