Linux läuft mittlerweile auf fast allen möglichen und unmöglichen Geräten. Das NES86-Projekt bringt das freie Betriebssystem jetzt auch auf die uralte Videospielkonsole NES von Nintendo. Möglich macht das ein selbst entwickelter PC-Emulator.
Das NES86 genannte Tool emuliert einen Intel 8088 Prozessor. Mit seiner Hilfe lässt sich wiederum das Embeddable Linux Kernel Subset (ELKS) starten. Dabei handelt es sich um ein angepasstes Linux-System, das auf alten Intel 16-Bit-Prozessoren läuft. Zum Lieferumfang gehören auch eine Shell und einige Basiswerkzeuge. Die technischen Hintergründe hinter der Emulation erläutert ein Video auf YouTube.
NES86 funktioniert bereits, der Quellcode der ersten Version 0.8 steht auf GitHub zur Einsicht. Um den Emulator auszuprobieren, muss man lediglich ein vorgefertigtes ROM-Image herunterladen und dieses dann einem NES-Emulator zuführen. Da die NES86-Entwickler eine spezielle Mapper-Konfiguration verwenden, funktionieren allerdings nicht alle NES-Emulatoren. Das NES86-Team selbst empfiehlt Mesen2, aber auch FCEUX, Rustico und Everdrive N8 Pro sollen das Linux-System starten können.
Aufgrund der Emulation und des schwachbrüstigen NES-Prozessors läuft das Linux-System extrem langsam, insbesondere dauert der Bootvorgang mehrere Minuten. Man sollte daher die emulierte Geschwindigkeit hochdrehen, in Mesen2 etwa mit [F9] auf das Maximum.

Der NES86-Emulator im Betrieb






