Bereits weit vor der Jahrtausendwende begannen die Arbeiten an GNU Gettext, das die Übersetzungen von Programmen erleichtert. Jetzt macht die Software einen Satz auf die Version 1.0, die erstmals künstliche Intelligenz für die Übersetzungen einspannen kann.
Konkret bringt GNU Gettext 1.0 die neuen Tools „msgpre“ und „spit“ mit. Beide übersetzen automatisch Texte mithilfe einer lokal laufenden künstlichen Intelligenz in Form eines Large Language Models (LLM). „spit“ übersetzt dabei den ihm übergebenen Text, „msgpre“ gleich alle Texte in einer PO-Datei. Menschliche Übersetzer sollen die Werkzeuge aber nicht überflüssig machen, sondern diesen lediglich einen ersten Entwurf liefern.
Weitere Neuerungen betreffen die PO-Dateien. So aktualisiert „msginit“ eine existierende PO-Datei unter Berücksichtigung des zugehörigen POT-Files – ähnlich wie bereits „msgmerge“ vorgeht. Weitere Änderungen in diesem Bereich helfen vor allem Distributoren: Das Tool „po-fetch“ holt übersetzte PO-Dateien von der Projektseite des Übersetzers und aktualisiert die LINGUAS-Datei. Darüber hinaus entsprechenden die PO-Dateien in einem „po“-Verzeichnis jetzt exakt denen, die der Übersetzer übermittelt. Sie werden nicht mehr regelmäßig anhand der POT-Dateien im gleichen Verzeichnis aktualisiert. Damit soll die Art der Dateien eindeutiger werden: PO-Dateien gelten eindeutig als Quellcode, POT- und gma-Dateien als generierte Dateien.
In Rust erkennt „xgettext“ jetzt Aufrufe der Form „gettextrs::gettext“, zudem unterstützt das Tool OCaml. Stößt „xgettext“ auf einen übersetzbaren String, der eine URL oder eine E-Mail-Adresse enthält, regt das Tool eine entsprechende Refaktorisierung an. Diese Hinweise kann man über die neuen Parameter „–no-check=url“ und „–no-check=email“ oder entsprechende Kommentare im Quellcode abschalten. „msgfmt -c“ prüft die Syntax von Übersetzungen in OCaml Format-Strings.






