Der Embedded-Linux-Spezialist Montavista bringt Version 5.0 seines Betriebssystems Montavista Linux Carrier Grade Edition (CGE) mit SELinux und Hochverfügbarkeits-Funktionalitäten.
Die fünfte Generation des Betriebssystems Montavista Linux CGE ist seinem Namen entsprechend für den Einsatz bei Telekom-Carrier-Unternehmen und Netzwerkanbietern konzipiert. In diesem Einsatzgebiet sind die Ansprüche an ein Betriebssystem sehr hoch: Große Datenmengen und umfangreiche Stimmübertragungen bringen hohe Lasten und erfordern enorme Bandbreiten, Ausfallzeiten können enormen wirtschaftlichen Schaden zur Folge haben.
Der Anbieter Montavista preist daher die Neuauflage seines Betriebssystems als hoch skalierbar und hochverfügbar. Zusätzlich verweist er auf die Sicherheitszertifizierung durch die amerikanische Sicherheitsbehörde National Security Agency NSA. Diese verdankt CGE 5.0 dem Baustein Security Enhanced Linux (SELinux), das von der NSA mit entwickelt wird.
Montavista CGE 5.0 basiert auf dem Linux-Kernel 2.6.21 und liefert ein Embedded-Linux-Betriebssystem, das für den Einsatz bei Telekommunikations- und Netzwerkbetreibern angepasst ist. Eine weitere Neuerung ist ein so genannter Laufzeit-Applikations-Patcher (Runtime Application Patcher). Der Hersteller verspricht, dass Servicemitarbeiter bei laufendem Betrieb Binary-Patches einspielen oder das System aktualisieren können, ohne die Gefahr von Systemstörungen oder Ausfallzeiten.
Als weitere CGE-5.0-Funktionalität nennen die Entwickler den “Flight Recorder”. Ähnlich der Blackbox in einem Flugzeug wird mit dieser Software das Geschehen im System aufgezeichnet; mit diesen Informationen sollen sich Störungsursachen auch im Nachhinein aufgespüren lassen. Das “Logbuch” des Flight Recorder kann auch zur Fernwartung genutzt werden. Außerdem mitgeliefert wird eine Anwendung zur Fehlerdiagnose, die gleichfalls eine schnellere Reaktion auf Störungen möglich machen soll. Als weiteres Werkzeug zur Fehlerbehebung wird ein Applikations-Debugger mitgeliefert, der gleichfalls im Live-Betrieb eingesetzt werden kann.
In ihrer Erklärung weisen die Entwickler darauf hin, dass CGE 5.0 als natives Linux über umfangreiche Echtzeit-Funktionalitäten verfügt, ergänzt von Montavista unter anderem mit Nanosekunden-Timern (hrtimers). Hiermit sollen Kompatibilitätsprobleme vermieden werden, die durch einen zweiten Nicht-Linux-Kernel entstehen könnten. Als Neuheit stellt Montavista eine integrierte Abrechnungsmethode vor, mit der die Auslastung der Prozesse und Threads auf einem Prozessor gemessen werden kann. Hiermit will Montavista den Administratoren ein Werkzeug an die Hand geben, mit dem er Lasten besser verteilen, überwachen und CPU-Überlastungen bereits im Vorfeld verhindern kann.
Montavista verweist in seiner Erklärung darauf, dass CGE Linux-Standards entspricht, beispielsweise mit der Carrier Grade Linux Spezifikation 4.0 der Linux Foundation. Weil dadurch Kompatibilität gewährleistet ist wird es für Entwickler einfacher, eigene Funktionalitäten zu ergänzen. Darüber hinaus liefert Montavista Linux CGE 5.0 eine eigene Entwicklungsumgebung (IDE) mit Laufzeit-Komponenten für Montavista DevRocket. Die Eclipse-basierte IDE liefert Entwicklungswerkzeuge, die sowohl auf Kernel- wie auch auf Applikations-Ebene die Arbeit erleichtern sollen. Montavista Linux CGE 5.0 soll am 17. Dezember veröffentlicht werden, unter anderem für die Architekturen x86, x86_64 und PowerPC.




