Microsoft hat jetzt doch überraschend einen zwanzig Seiten langen Ausschnitt aus der Limux-Studie veröffentlicht, die in der letzten Woche für Furore sorgte. Angefertigt hat die Auftragsarbeit HP, und die Spezialisten kommen zu interessanten Schlussfolgerungen: So verlange beispielsweise ein aktuelles Debian deutlich schnellere Hardware als etwa Windows XP, das die Stadt heute vermeintlich noch im Einsatz hätte, hätte sie damals nicht auf Linux migriert.
Der Münchner Oberbürgermeister Ude hat dasPapier verlangt, die IT-Verantwortlichen der Stadt München sowieso, und auch Münchens Dienstleister IBM wollte von Microsoft Einblick haben. Es ginge schließlich nicht an, haltlose Vorwürfe zu machen, also die Ergebnisse einer bei HP in Auftrag gegebenen und via Focus an die Öffentlichkeit getragenen Studie ohne jeden Beleg stehen zu lassen. Bis zum unlauteren Wettbewerb oder politischen Motiven (in Bayern läuft der Landtagswahlkampf, und der angegriffene OB Ude möchte Ministerpräsident werden) reichten die Vorwürfe (das Linux-Magazin berichtete, siehe auch das Hashtag #limuxgate auf Google+).
20 Seiten für 60 Millionen
Redmond reagierte erst ablehnend, dann beschwichtigend und stellte dann – “nach einigen notwendigen Arbeiten” – in Aussicht, zumindest Teile der Studie zu veröffentlichen. Das scheint jetzt doch schneller geschehen als gedacht: Hier findet sich jetzt eine 20-seitige Zusammenfassung als PDF-Datei mit einigen Tabellen und Zahlen, die die Hintergründe zu erklären sucht. Das Gespann aus Auftraggeber Microsoft und deren Dienstleister HP möchte damit erläutern, warum sie in ihrer Rechnung auf 50 Millionen Euro höhere Migrationskosten kommen, als das die Stadt München darlegt.
“Keine belastbaren Zahlen”
In der Tat finden sich im PDF einige interessante Zitate. Die Untersuchung geht etwa davon aus, “dass bei einer damaligen Entscheidung [von Windows NT weg] zugunsten von Windows XP mit Office 2003 diese Produkte auch heute noch bei der Stadt München im Einsatz wären. Aktuell verwendet wird Ubuntu Linux mit OpenOffice.org”. Belastbare Zahlen von der LHM fehlen angeblich, weshalb HP als Auftragnehmer “vergleichbare Projekte analysiert und zugrunde legt”. Da finden sich dann Zitate wie: “Innerhalb von Deutschland ist ODF weit davon entfernt, Standard-Datenformat zu werden.”, dass “über 80 Prozent der [Münchener] Linux-Clients von Software für Fachverfahren betroffen seien, die nicht auf Linux laufen und “die Stadt München [deshalb] mindestens fünf verschiedene Betriebsumgebungen für Fachverfahren bereitstellt” – also Debian Linux, Ubuntu und drei verschiedene Formen von Windows (virtualisiert, als Terminalserver oder als Windows-Client). Oder aber: “Wenn der Rollout der aktuell 12.000 Linux-Basisclients seit 7 Jahren läuft, dann sind das bei 222 Arbeitstagen pro Jahr rein rechnerisch knapp unter 8 Clients pro Tag. In gut aufgesetzten Migrationsprojekten unter Windows mit einer entsprechenden Softwareverteilungs-Infrastruktur sind erfahrungsgemäß Migrationszahlen von 50 bis 500 Clients pro Tag erreichbar.”
HP behauptet, derlei Migrationen 7 bis 70 mal schneller abzuwickeln
Unverhohlen kritisiert HP auch die grundlegende Strategie der Stadt München, ja eigentlich jede Migration zu Linux generell: “Die vielen Produktwechsel im Verlauf des Projektes lassen Zweifel an der Planbarkeit und Zukunftssicherheit von Investitionen aufkommen. Bei einer Entscheidung zugunsten Windows XP mit Office 2003 wären im Verlauf des Projektes zwar Installationen von Service Packs und Patches angefallen, die Produkte selbst würden sich aber immer noch im Support des Herstellers befinden.” Auch die aufwändige Office-Migration sei keineswegs abgeschlossen, sondern falle bei jedem Wechsel wieder an. Microsoft dagegen unterstütze seine Kunden bei Office-Umstellungen, etwa mit Hilfs- und Test-Programmen und “automatischer Konvertierung”.
“Debian Linux braucht schnellere Hardware als Windows”
Die Linux-Systeme bräuchten überdies deutlich schnellere Hardware als das verglichene Windows XP, schreibt HP, so dass auch hier Mehrkosten bei Limux entstanden sein müssen, die sich offenbar nirgendwo niedergeschlagen hätten. Aus vielerlei Gründen seien deshalb die bisher veröffentlichten Zahlen der Projektverantwortlichen nicht nachvollziehbar.








Windows XP mit Debian ist wie Scheiße mit Schokolade zu vergleichen.
It seems this report is one big failed attempt by Microsoft to save face after Munich went for the Linux solution. And it must be quite emberassing to HP which is now guilty by association. You would think that Microsoft’s billions would buy them some people who know their stuff and can add a tiny bit of credible substance to such a report. Debian needs higher-end hardware than XP?! Almost 23 million euro for client licenses?! Wow, some folks in Redmond are seriously misguided. Wonder when the chairs start flying again.
Für XP wurde doch der Support bereits eingestellt, oder bin ich da falsch informiert. Ein OS ohne Updates ist ein Risiko. Man müsste daher auf Win7 umsteigen, welches mehr Resourcen verlangt als Ubuntu. Das geht aus der M$-HP-Studie hervor.
Ich sehe hierin den verzweifelten Versuch von MS, Defizite in Ihren Produkten durch Schönrechnerei zu überspielen. Linux ist und wird ein immer härterer Konkurrent für MS. Bereits seit 2008 verkaufen wir (CTR Systemhaus) nur noch etwa 10% Windows-Rechner, der Rest wird mit UBUNTU ausgeliefert – zur Freude und Zufriedenheit unserer Kunden! Durch den Zwangskauf von Windows auf Notebooks verfälschen wir aber leider auch die Statistik von MS – aber die Hersteller wie Toshiba, Samsung und HP scheinen da unter enormem Druck zu stehen, lassen Sie einen Kauf ohne BS leider nicht oder nur zu Mehrkosten (!) zu.
Trau keiner Studie die du nicht selbst gefälscht hast
“Debian Linux braucht schnellere Hardware als Windows”? Wie schafft man es denn zu solchen Schlüssen zu kommen? Hat man z.B. windowsseitig alle ressourcenintensiven Features deaktiviert – seitens Debian hingegen aufgedreht? Oder meint man Windows “nackt” (bare metal) gegen Windows voll hardwareemuliert auf z.B. Linux? Oder meint man gar nicht den Ressourcenbedarf, sondern irgend eine “gefühlte” (ergonomische) Performanz?Eine seriöse Aussage / Behauptung sieht m.E. wesentlich differenzierter aus und lässt sich keineswegs so pauschalisiert darstellen – zugunsten wie zulasten beider OS. Fakt ist, das Linux-Systeme bzgl. ihres Ressourcenbedarfes weitreichender optimierbar wie an die Bedürfnisse des Anwenders / der Anwendung anpassbar sind, aber… Mehr »
Mindestvorausstetzungen div. Betriebssysteme, Auzug aus besagter Studie: CPU: Windows XP 300 MHz_RAM: empfohlen 128 MB … Inzwischen dürfte sich -längst- etabliert haben, daß das künftig obsolete Windows XP, mit aktuellem, funktionalem Virenscanner sowie gängiger MS-Office-Produkte respective aktuellen Browsern nicht unter 1 GHz Prozessortaktfrequenz (! Einzelkern) sowie 1 GB Arbeitsspeicher auskommt, analog den mithin gängigem Win 7 !! Es gibt Firmen, die lügen können, ohne rot zu werden ! Abgesehen davon, daß Firmen-Kunden der nachgehende XP-Support teuer zu stehen käme aufgrund extravaganter MS-Support-Preise. Ein Hoch auf jedes gelungene und nachhaltige Linux-Projekt !