Wie der DeepL-Gründer und CEO Jarek Kutylowski in einem LinkedIn-Post ankündigt, werde sein Unternehmen 250 Stellen abbauen.
Kutylowski bezeichnet das als die schwerste Entscheidung seiner Karriere, aber KI habe in sehr kurzer Zeit einen massiven Strukturwandel bewirkt hinsichtlich der Art der Arbeit, wer sie verrichtet und wie viele Menschen nötig sind, um sie gut zu erledigen. Die Technologie habe völlig umgestaltet, wie Organisationen aufgebaut sind, wo die Wertschöpfung stattfindet und was Konkurrenz bedeute. Die effektive Arbeit mit KI erfordere kleinere, schlagkräftigere Teams mit klarerem Fokus und eindeutigen Zuständigkeiten. Das bedeute weniger Hierarchieebenen, schnellere Entscheidungen und deutlich weniger Zeitaufwand für das Hin und Her, das große Teams ausbremse.
DeepL sei bei diesem Wandel immer an der vordersten Front gewesen. Man habe sich aber fragen müssen: Was braucht es, um in diesem rasanten Wandel als beständiges globales KI-Unternehmen zu bestehen, und sind wir dafür gerüstet? Die Antwort habe ehrlicherweise nein gelautet. Deshalb müsse man nun die Arbeit bei DeepL umkrempeln und KI in jede Ebene integrieren. Man stelle auf kleinere, hochkompetente Teams um, in denen KI die Routineaufgaben übernimmt, sodass sich die Mitarbeiter auf das konzentrieren können, was nur Menschen leisten können – etwa ihre Intuition einzusetzen, neue kreative Ideen zu entwickeln und Projekte von Anfang bis Ende zu begleiten. KI-Systeme sollen es ermöglichen, mehr Energie in die Arbeit zu stecken, die wirklich zählt, und mit einer bisher unerreichten Geschwindigkeit voranzukommen.
Ein wesentlicher Grund für die Schwierigkeiten sind wahrscheinlich zu hohe Personalkosten. Gemessen am Umsatz sollen sie bei knapp 85 Prozent gelegen haben, während ansonsten in Technologieunternehmen 40 bis 60 Prozent üblich sind. Nach dem erst im Mai vorgelegten Jahresabschluss für 2024 hat man damit einen Verlust von 75 Millionen Euro erwirtschaftet. Zahlen für 2025 liegen noch nicht vor. Zuvor hatte man seit 2023 die Belegschaft besonders in Marketing und Vertrieb stark ausgebaut.




