Nach einer Weisung des US-Präsidenten Trump muss Anthropic den Zugang zu seinen Spitzenmodellen Fable 5 und Mythos 5 für alle ausländischen Staatsangehörigen sperren.
Hintergrund sollen Sorgen um die nationale Sicherheit sein, die Regierung stellt KI-Modelle damit auf eine Stufe mit kritischen Waffensystemen. Das Verbot soll selbst Anthropic-Mitarbeiter betreffen, die keine Amerikaner sind. Weil sich aber das Zugangsverbot nur für Ausländer zumindest kurzfristig gar nicht umsetzen lässt, schaltet Anthropic den Zugang generell ab. Dieser Schritt schockierte ehemalige US-Beamte und Cybersicherheitsexperten, von denen viele die Berechtigung dieser Maßnahme infrage stellten und darauf hinwiesen, dass sie von dem zurückhaltenden Ansatz bei der Regulierung der boomenden KI-Branche abweiche, den Präsident Trump noch Anfang dieses Monats befürwortet hatte.
Die Maßnahme lässt auch den alten Streit zwischen Anthropic und der US-Regierung wieder aufleben, der darin gipfelte, dass die Regierung Anthropic zum Lieferkettenrisiko erklärt hatte. So schreibt nun Kriegsminister Hegseth auf X: “Vor drei Monaten hat @DeptofWar @AnthropicAI aus unserem Gebäude geworfen – für immer. Jeder Tag, der vergeht, beweist, warum das die richtige Entscheidung war.”
Anthropic erklärte, die Anweisung stelle nicht klar, welche Bedenken hinsichtlich der nationalen Sicherheit, ihr zugrunde lagen. Das Unternehmen fügte jedoch hinzu, die Regierung habe mitgeteilt, man sei auf eine Methode aufmerksam geworden, mit der sich Sicherheitsbeschränkungen bei Fable 5 umgehen ließen – sogenannte Jailbreaks. Diese Beschränkungen sollten verhindern, dass Kunden das Produkt für Hacking-Zwecke oder andere potenziell schädliche Aktivitäten missbrauchen. Anthropic hielt dem entgegen, die Befürchtungen im Zusammenhang mit dieser Jailbreak-Methode seien übertrieben. Man halte den Erlass für ein Missverständnis und arbeite daran, den Zugang schnellstmöglich wieder freizuschalten.




