Linux-Rechner von Dell in Europa zu haben

Mit einem Inspiron-Notebook und einem Inspiron-PC bringt Computerhersteller Dell sein Linux-Angebot nach Deutschland, Frankreich und Großbritannien.

Die beiden Geräte sind – wie die seit geraumer Zeit in den USA erhältlichen Linux-Rechner – mit Ubuntu (7.04) ausgestattet. Das Notebook Inspiron 6400n und den Desktop-PC 530n hat Dell in sein Privatkundenportfolio eingestellt. Das Notebook ist ab 450 Euro, der PC inklusive 19-Zoll-TFT-Display ab 550 Euro zu haben. Wie bei Dell üblich kommen 78 Euro Versand hinzu.

Den Preisvorteil der Linux-Rechner gegenüber den Windows-Vista-Pendants gibt Markus Schütz, Reviews Manager Dell EMEA, im Gespräch mit Linux-Magazin Online mit rund 30 Euro an. Direkt vergleichbar seien die Angebote zumeist nicht, weil Dell bei der Hardware-Ausstattung auf im Linux-Umfeld bewährte Komponenten setze, wie den 915er-Chipsatz und die integrierte Grafiklösung von Intel. Was an Ausstattung an Bord sei, funktioniere sagt Schütz. Linux-Benutzer kennen insbesondere Cardreader und Webcams als Schwachstellen. Schütz kann dafür Entwarnung geben, der Cardeader des Notebooks funktioniere und eine Webcam bringe das Inspiron-Gerät nicht mit. Derzeit seien die Entwickler allerdings noch dabei, letzte Hand an die Treiber des analogen Softmodems zu legen.

Dell verspricht, dass die beiden Rechner ab Mittwoch unter der Adresse dell.de/ubuntu bestellbar sind. Bislang ist diese Webseite auf den Dell-Servern nicht freigeschaltet. Die Auslieferung startet allerdings erst Ende August. Das hänge damit zusammen, dass Dell eine so genannte “Safe-Launch- Phase” pflege, die ersten paar hundert Geräte gehen in dieser Phase direkt aus der Produktion noch zum Testen, erläutert Schütz. Ab Ende August sei mit den üblichen Lieferzeiten zu rechnen.

Beim Support teilen sich Dell und Canonical die Rollen. Der Hersteller übernimmt die Hardware-Seite, Canonical bietet, gegen Aufpreis, ein Starterpaket, ein Basis-Paket und ein Standardpaket zu Software- und Betriebssystem an. Canonical informiert auf seinen Webseiten über die Supportangebote. Der Kunde kann die Canonical-Support-Angebote direkt beim Kauf auf der Dell-Webseite bestellen. “Wir geben das Angebot nur weiter” erläutert Schütz, die Preise seien identisch mit dem Canonical-Angebot. Außerdem verweist Dell auf die diversen Hilfeforen im Web.

Dass die Linux-Rechner beim Start des Angebots in den USA nicht mit den beim PC-Hersteller üblichen Rabatt-und Sonderaktionen verknüpfbar waren, soll in den drei europäischen Ländern nicht passieren. Sofern es sich um Aktionen wie kostenlose Speicherverdoppelung, größere Festplatte oder Preisnachlässe bei der Lieferung handle, werde Dell die Aktionen auch für Linux-Rechner anbieten. Einzig Aktionen, bei denen fehlende Treiber Probleme bereiten könnten, seien unwahrscheinlich. Schütz nennt eine kostenlose Webcam als Beispiel.

Dell hatte auf dem europäischen Markt bislang nur Precision-Workstations für Firmenkunden mit Red Hat Linux im Angebot. Die Desktops der Optiplex-Serie und die Latitude-Notebooks seien zudem für Suse Linux Enterprise Desktop zertifiziert, lässt Dell wissen. Dass Dell sein Linux-Angebot nun in Europa ausweitet bezeichnet Schütz als Reaktion auf das positive Feedback aus den Vereinigten Staaten. Schütz ist sicher, dass künftig das Portfolio an Linux-Rechnern wachsen werde. Konkurrent Lenovo hat bei der Linux-World in San Francisco ebenfalls Notebooks mit vorinstalliertem Linux angekündigt, wir berichteten.

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