Nach einer “sehr ruhigen Woche” entließ Linus Torvalds den Kernel 4.18 am gestrigen Sonntag in die Freiheit. Damit beginnt der Entwicklungszyklus für Kernel 4.19.
Aufgrund einer einwöchigen Verzögerung beim Release von Version 4.18 hat Torvalds laut seiner Release-Nachricht bereits einige Patches für den nächsten Kernel 4.19 erhalten. In den kommenden Wochen dürften noch eine Reihe weiterer Codebeiträge beim Linux-Chefentwickler landen.
Zu den Neuerungen von Kernel 4.18 gehört unter anderem, dass Lustre aktuell nicht mehr mit von der Partie ist. Dessen Entwickler hatten den Lustre-Code außerhalb des Kerneltree gepflegt und fielen so bei Maintainer Greg Kroah-Hartman in Ungnade. Wann und ob Lustre in den Kernel zurückkehrt, ist unklar.
Auch die im Zuge von Spectre und Meltdown gefundenen Sicherheitslücken halten die Entwickler noch in Atem: Kernel 4.18 bringt Patches für die Versionen 1 und 2 von Spectre für 32-Bit-ARM-Prozessoren mit. AMD- und ARM64-Systeme sind dank neuer Patches gegen Spectre v4 geschützt, wenn zugleich neue Firmware zum Einsatz kommt.
BP-Filter und Namespace-Automounts
Nicht nur ein schnelleres Filtern von Netzwerkpaketen verspricht BP-Filter. Nun kommt auch neuer Code hinzu, um den zugehörigen Just-in-Time-Compiler künftig direkt mit IPtables-Regeln zu speisen. Das Problem: Benutzer sollen die Regeln aufstellen, die der Kernel dann im Userspace ausführt. Das aber ist sicherheitstechnisch kniffelig, weshlab aus Sicherheitsgründen ein so genannter Usermode-Helfercode zum Einsatz kommt.
Sicherheitsbedenken gab es auch rund um den Code, der automatische Namespace-Mounts erlauben soll. Ab Kernel 4.18 dürfen Nutzer mit Rootrechten in einem Namespace Dateisysteme einbinden, wobei der Kernel die Device Nodes im nicht-privilegierten Namensraum des Anwenders nicht sieht. Der etablierte Fuse-Mechanismus soll diese Art von Mount-Vorgängen unterstützen.
Weitere Details zum neuen Kernel liefert die aktuelle Ausgabe des Linux-Magazin. Herunterladen lässt sich der neue Kernel wie gewohnt auf Kernel.org.




