Linus Torvalds stört sich nicht an der Richtungsänderung, die mit Systemd einhergeht. Vielmehr glaubt er, das “Ein-Werkzeug-eine-Aufgabe”-Prinzip spiegele in vielen Bereichen nicht mehr die Realität wieder.
ITWire hat den Kernelchef Linus Torvalds interviewt und unter anderem die Frage gestellt, wie er es mit Systemd halte. Er sei neutral und habe keinerlei schillernde Meinung zu Systemd, ließ Torvalds wissen. Vielmehr würden sein Desktop und Laptop es bereits einsetzen. Im Hinblick auf seine Auseinandersetzung mit einem Systemd-Entwickler gab er zu, er komme mit einigen Entwicklern nicht zurecht, die seiner Meinung nach zu nachlässig mit Fehlern umgehen, gehöre aber auch nicht zur Gruppe der Menschen, die Systemd hassen.
Kritik an Systemd kommt unter anderem von Verfechtern der traditionellen Unix-Philosophie der Einfachheit, laut der es genüge, wenn ein Werkzeug eine Sache erledige, diese aber gut. Das, so Torvalds, sei eine nützliche Vereinfachung, die aber heute nicht mehr unbedingt die Realität reflektiere. In einigen Bereichen würden Menschen weiterhin nach diesem Prinzip arbeiten und sei es auch hilfreich, das Prinzip zu kennen.
Doch “so arbeiten komplexe Systeme nicht mehr wirklich, und so werden umfangreiche Anwendungen seit langer Zeit nicht mehr konzipiert oder haben je so funktioniert.” Emacs sei ein Beispiel dafür, dass auch die Unix-Welt nicht immer nach diesem Prinzip funktioniert habe, auch grafische Anwendungen würden sich selten danach richten. Zwar würde er von Systemd seine Logfiles lieber im Textformat und nicht als Binärdateien serviert bekommen, das aber seien Details.




