Derzeit pflegt das KDE-Team ausgewählte Versionen ihrer Desktop-Umgebung Plasma etwas länger als die übrigen Releases. Da das jedoch mehr recht als schlecht klappt, geben die Entwickler die LTS-Fassungen jetzt auf.
Der Long Term Support (LTS) leidet derzeit an gleich mehreren Problemen. So besteht die Pflege der Entwickler schlichtweg darin, Fehlerkorrekturen zurückzuportieren — ohne das Ergebnis (umfassend) zu testen, wie der KDE-Entwickler Nate Graham in einem Blog-Beitrag einräumt. Demnach würden es die Entwickler nicht besonders genießen, die alten Versionen weiterzunutzen oder alte Fassungen zu testen.
Die längere Pflege gibt es zudem nur für den eigentlichen Desktop KDE Plasma, nicht aber für die KDE Frameworks und die Anwendungssammlung KDE Gears. Das LTS-Versprechen umfasst folglich nur einen Teil des kompletten Desktops. Abschließend ist der Begriff „LTS“ unscharf, jeder verbindet mit ihm etwas anderes. Laut Graham vermuten einige hinter ihm eine extrem stabile Software.
Aus diesen Gründen stellen die KDE-Entwickler die LTS-Fassungen ein. Stattdessen versorgen sie jede Plasma-Version etwas länger mit Fehlerkorrekturen. Konkret soll es zukünftig anstelle von fünf ein weiteres sechstes Bugfix-Release geben.
Darüber hinaus denkt das KDE-Team laut darüber nach, nicht mehr drei, sondern nur noch zwei Versionen pro Jahr zu veröffentlichen und diese dafür jeweils länger mit Bugfixes zu versorgen. Damit könnte man sich gleichzeitig an den Release-Zyklen der Distributionen Kubuntu und Fedora orientieren. Diese Umstellung will das Team allerdings erst einmal auf der nächsten Akademy-Konferenz besprechen.





