JavaFX: Sun bringt Linux und Java fürs Handy

Unter dem Namen JavaFX Mobile bietet Sun ein Linux-basiertes Betriebssystem für Mobilgeräte an, das unter der GPL frei verfügbar sein wird. Das System hat das Unternehmen auf seiner Hausmesse JavaOne in San Francisco vorgestellt.

JavaFX Mobile zielt auf Multimedia-fähige Telefone und soll das erste in einer Reihe von Multimedia-Applikationen unter dem Label “Java FX” sein. Als zweites veröffentlichte das Unternehmen JavaFX-Script vor, eine neue Scripting-Sprache zur Entwicklung von interaktivem Content. JavaFX liefert eine Laufzeitumgebung, die aus Java-Technologie und Software der Firma SavaJe Technologies besteht, die Sun im April 2007 gekauft hat.

Normalerweise nutzen Java-fähige Telefone eine Java-Sandbox, um eine sichere Umgebung (Sandkasten) für die Applikationen zu bieten, die Anwender auf ihre Geräte laden. Das neue System JavaFX Mobile hingegen will Java für praktisch alle Anwendungsbereiche nutzen, von der Telefonie über Sicherheitsanwendungen bis hin zu Mediaplayern und Browsern. Die Linux-Komponente macht nur den Kernel und Dienste und Libraries auf niedrigem Level aus.

Derzeit werden Java-Anwendungen auf nahezu jedem Handy weltweit eingesetzt, unabhängig vom Betriebssystem. Wenn Sun-Chef Jonathan Schwartz mit seiner Vorhersage recht behält, soll auch das Betriebssystem JavaFX Mobile den Massenmarkt erobern und sowohl Unternehmen wie auch die Entwickler-Community überzeugen.

Die Hemmschwelle für Entwickler und Unternehmer ist zumindest niedrig, da der Code dank GPL-Lizenzierung frei verfügbar ist. Wenn Sun seine quelloffene Strategie weiterhin konsequent verfolgt und gleichzeitig aggressiv vermarktet, könnte das die Verbreitung von Linux auf Mobilgeräten fördern. Während der Konferenz JavaOne hat Sun auch die Freigabe des Quellcodes für die Programmiersprache Java SE
abgeschlossen.

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