Hails: Vertrauliche Daten in unsicheren Webanwendungen

Das Haskell-Framework Hails soll zeigen, wie man den Umgang von Webapps mit persönlichen Daten sicherer machen kann.

Viele soziale Websites wie beispielsweise Facebook machen die Daten ihrer Benutzer per API verfügbar. Verwendet der Benutzer eine Webanwendung, die die Schnittstelle nutzt, hat er meist nur die Wahl, dem Programm den Zugriff auf seine Daten kategorisch zu erlauben oder zu verbieten. Was die Anwendung damit macht und ob sie sicher ist, bleibt offen.

Das Webframework Hails geht einen anderen Weg. Es lässt den möglicherweise unsicheren Code der Webapps aus dritter Hand in einer sicheren Umgebung laufen. Zugriff auf die Daten der Plattform erhalten die Anwendungen nur über eine Schnittstelle, die die datenschutzkonforme Verarbeitung sicherstellt.

Hails verwendet zu diesem Zweck die Spracherweiterung Safe Haskell. Die Webapps stellen in einer Hails-Anwendung die MVC-Komponenten View und Controller dar, das Framework auf dem Server das Model, zusammen mit einer neuen Komponente, der Policy.

Das Framework Hails entwickeln Mitarbeiter der Universitäten Stanford und Chalmers. Auf der Konferenz Usenix OSDI ’12 haben sie ihr Projekt vorgestellt, Slides und ein Video sind online verfügbar.

Zur Anwendung kommt Hails bereits auf der Projekthosting-Plattform Gitstar, für die Drittanbieter Anwendungen wie etwa einen Code-Browser oder ein Wiki schreiben können. Der Hails-Quelltext steht dort unter GPLv2 oder neuer zur Verfügung.

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