Neben vielen Performance-Optimierungen bringt Gstreamer 1.18.0 auch ein API für Anwendungen mit, um Mediendateien zu transkodieren, beschleunigt den Wechsel der Abspielgeschwindigkeit und ergänzt neue Elemente.
Die “GstTranscoder”-Bibliothek erlaubt das Umwandeln von Filmmaterial über ein High-Level-API. Das lässt sich aus Anwendungen heraus nutzen. Wie das geht, erklärt ein Video von der Gstreamer-Konferenz. Mit von der Partie ist auch das Kommandozeilen-Tool “gst-ranscoder-1.0”. Das erlaubt es, basierend auf einem Encoding-Profil, ein URI (Uniform Resource Identifier) in ein anderes zu konvertieren.
Die Abspielgeschwindigkeit eines Videos zu ändern, ergibt vor allem im E-Learning-Bereich häufig Sinn. Kommt ein Vortrag nur schleppend voran, spielt der Zuschauer ihn schneller ab. Prasseln zu viele Informationen auf ihn ein, verlangsamt er die Abspielgeschwindigkeit. Das Ändern der Abspielgeschwindigkeit gelingt in einigen Szenarien nun sofort. War es dafür zuvor meist nötig, die Abspielpipeline (Flushing) zu leeren. In bestimmten Pipelines ist nun kein Flushing mehr nötig. Das ergibt vor allem im Kontext von HLS- oder DASH-Streams Sinn, bei denen sich die Abspiel-Pipeline mit einem Download verbindet. Auch hierzu gibt es ein Vortragsvideo.
AFD-Support und neue Elemente
Nein, die Zwischenüberschrift ist keine reine Click Bait: Gstreamer 1.18.0 bringt Support für Active Format Description (AFD) mit. Dabei handelt es sich um Informationen im MPEG-Videostream, die über das Seitenverhältnis in einem Video informieren, damit sich die Abspielgeräte darauf einstellen können. Typische Aspect Ratios in TV-Streams sind 4:3 oder 16:9.
Daneben bringt Gstreamer 1.18.0 diverse neue Elemente mit. Ein Beispiel wäre “qmlgloverlay”, das es erlaubt, mit Qt-Quick entworfene Szenen über einen Videostream zu legen, was unter Linux nur mit dem X11-Protokoll funktioniert, mit Wayland hingegen nicht. Das “imagesequencesrc”-Element erlaubt es, einfach Videostreams aus einer Sequenz von JPEG- oder PNG-Bildern zu erzeugen, während “rpicamsrc” die Bilder der Raspberry-Pi-Webcam empfängt und aufzeichnet. Auch weitere Plugins (Good, Bad und Ugly) bringt die neue Major-Version von Gstreamer mit. Einen Überblick sämtlicher Neuerungen geben die ausführlichen Release Notes.




