Steffi Lemke, die politische Bundesgeschäftsführerin von Bündnis 90/Die Grünen informierte sich bei einem Rundgang durch den LinuxPark über die Belange von Open Source und Linux.
Besonderes Interesse zeigte die Politikerin bei der Präsentation eines Prototypen des so genannten 100-Dollar-Laptops. Ein ähnlich günstiges und energiesparendes Gerät wäre für Lemke auch für den deutschen Markt, insbesondere für den Einsatz in Schulen eine Option.
Anschließend lud die Linux New Media AG zu einem runden Tisch ein. Die Grünen-Politikerin diskutierte dort mit Mitgliedern des Debian-Projekts und Vertretern der Linux-Firmen Univention, Linux Information Systems (LIS), Xandros und Credativ den Einsatz von Open-Source-Software in Behörden, Schulen und der öffentlichen Verwaltung.
Lemke nahm dabei die Anregung auf, das Sponsoring von Computern für Schulen durch Microsoft einer kritischen Prüfung zu unterziehen. Im Gegenzug bat sie Linux-Branche und Community um handfeste Informationen zu Machbarkeit und Kosten von Open-Source-Lösungen, anhand derer sich Unternehmen und Behörden eine Meinung bilden können. Die von den Firmenvertretern beklagte Benachteiligung freier Software in Ausschreibungsverfahren möchte die Politikerin ebenfalls hinterfragen und auf die Tagesordnung bringen.
Debian-Entwickler Alexander Schmehl formulierte für das nicht-kommerzielle Projekt einen anderen Wunsch: Sein Traum sei ein öffentlich gefördertes Stipendium für Debian-Mitarbeiter, in der Regel Studenten, damit sie mehr Zeit und Energie auf die Arbeit an der freien Linux-Distribution verwenden können.
Zum Abschluss der Gesprächsrunde drückte Peter Ganten von Univention seine Sorge über Softwarepatente aus: Die Harmonisierung des Europäischen Patentrechts dürfe keine schleichende Legalisierung von Patenten auf Ideen und Geschäftslogik mit sich bringen, die für freie Software und vor allem für kleine und mittelständische IT-Firmen existenzvernichtend wären. Lemke setzte Hoffnung auf den breiten Protest, mit dem die Community schon 2005 erfolgreich gegen die drohende Software-Patentierung vorgegangen war.




