Groklaw macht dicht

Die US-amerikanische Website Groklaw.net, die die Open-Source-Welt rund 10 Jahre aus juristischer Perspektive begleitet hat, stellt ihre Arbeit ein.

Pamela Jones, juristische Assistentin und Groklaw-Gründerin, legt in einem vermutlich letzten Blogeintrag die Gründe dar: In einem Klima der Überwachung, wie es das Internet-Monitoring der amerikanischen Geheimdienste erzeuge, sehe sie keine Möglichkeit, ihre Arbeit weiter zu führen. Ohne die Vertraulichkeit von Mails könne sie nicht mit Informanten und Mitarbeitern kommunizieren, lautet ihre verbitterte Schlussfolgerung. Den Verlust der Vertraulichkeit und Privatsphäre vergleicht sie mit einem Einbruch in ihre Wohnung, den sie vor Jahren erlebt hat.

Mit Groklaw schließt eine verdienstvolle Seite, die unter anderem die SCO-Klagewelle gegen Linux-Distributoren und -Anwender kritisch begleitet hat. Daneben waren Patente, die Anerkennung von Microsofts OOXML-Format als Standard sowie allgemein Urheberrecht und Lizenzen die Themen der veröffentlichten Artikel und geführten Diskussionen. Für seine Arbeit erhielt das Projekt unter anderem 2010 die EFF Pioneer Awards sowie im Jahr 2008 eine ehrende Erwähnung beim Prix Ars Electronica und den Award for Projects of Social Benefit von der Free Software Foundation (FSF). Die Library of Congress hat Groklaw in seine Sammlung von historisch wertvollen Internet-Materialien aufgenommen.

Georg Greve, vormals Präsident der Free Software Foundation Europe (FSFE) und nun CEO von Kolab Systems, kommentiert das Ende des Projekts in einem Blogeintrag. Dabei greift er eine Zeile aus dem Kolab-IRC-Kanal auf, die von seinem Kollegen Paul Adams stammt: “Ohne Groklaw ist die IT-Welt ein Stück weniger sicher.”

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