GNU Hurd 0.6 verbessert den Nachrichtenaustausch zwischen den Servern und entwickelt die Protected Payloads weiter.
Anders als beim monolithischen Linux-Kernel laufen Gerätetreiber, Netzwerkprotokolle und Dateisystems des Hurd-Kernel als so genannte Server und sind normale Benutzerprozesse. Sie laufen auf dem Mach Microkernel, der lediglich die Minimalanforderungen an einen Kernel erfüllt und brauchen keine besonderen Privilegien. Server lassen sich in unterschiedlichen Programmiersprachen entwickeln, so lange diese ein Interface für Machs Interprozesskommunikation mitbringen.
Mit der neuen Version 0.6 von GNU Hurd wurden auch der Mach Microkernel in Version 1.5 und der Mach 3.0 Interface Generator (MIG 1.5) veröffentlicht. GNU Hurd verbessert den Nachrichtenaustausch zwischen den Servern und verwendet die mit Mach 1.5 eingeführten geschützten Payloads. Dabei transportieren Nachrichten vom Kernel angehängte Payloads anstelle von lokalen Portnamen, was die Objektsuche bei Anfragen beschleunigt. Die Entwickler haben zudem den Debugger für Mach 1.5 verbessert und eine zeitgemäße VM-Pageout-Policy eingeführt. Auf x86-Systemen gibt es einen partiellen ACPI-Support, über den sich Systeme herunterfahren lassen.
Libz und Libbz2 ersetzen laut Ankündigung den eingebetteten GZ- und BZ2-Kompressor-Code. Das native Fakeroot-Tool kann jetzt zahlreiche Pakete bauen, “portinfo” und “rpctrace” lassen sich einfacher debuggen. Der Init-Server wurde in einen Startup-Server und ein SysV-artiges Init-Programm unterteilt. Ersterer kümmert sich um den Bootstrap- und den Shutdown-Prozess, letzteres um den Systemstart.
GNU Hurd 0.6 läuft auf 32-Bit-Maschinen (x86), eine Version für x86_64 ist in Arbeit. Um Hurd zu kompilieren, braucht der Nutzer eine spezielle GNU-Toolchain, die für GNU/Linux funktioniert nicht. GNU Hurd lässt sich zudem nicht ohne Komponenten wie den Mach Microkernel und die Glibc betreiben. Die Ankündigung verweist auf Checksummen und Downloadmöglichkeiten für GNU Hurd 0.6.




