Die Entwickler der Desktop-Umgebung Gnome haben eine neue Version veröffentlicht. Diese aktualisiert vor allem die mitgelieferten Anwendungen. Dazu zählen unter anderem der Kalender und die Kontakte.
Favoriten
Im Dateimanager „Dateien“ können Anwender jetzt einzelne Dateien oder Verzeichnisse als Favoriten kennzeichnen. Diese Favoriten markiert der Dateimanager mit einem Sternchen. Zudem findet sich in der Seitenleiste ein neuer Punkt, über den man zu einer Auflistung aller Favoriten gelangt. Auf diese Weise behalten Anwender besonders wichtige Dateien und Verzeichnisse besser im Auge. Favoriten bietet auch das Programm „Kontakte“. Dort erscheinen die Favoriten immer am Beginn einer Kontaktliste.
Termine und Aufgaben
Des Weiteren haben die Entwickler in gleich mehreren Anwendungen die Terminplanung vereinfacht. So dürfen Anwender in „Uhren“ die UTC-Zeitzone zu den Weltzeituhren hinzufügen. Im „Kalender“ lassen sich jetzt Einträge besser lesen. Einzelne Zellen im Kalender können Anwender zudem nahtlos erweitern, auch wenn sie mit Einträgen überfüllt sind. Abschließend zeigt der Kalender auch Wettervorhersagen an. Auf diese Weise kann man beispielsweise frühzeitig ablesen, dass man zum Theaterbesuch besser einen Regenschirm einstecken sollte.
Überarbeitet haben die Entwickler die Optik der Aufgabenansicht im Programm „Aufgaben“. Die einzelnen Aufgaben lassen sich jetzt einfacher per Drag-and-Drop umsortieren. Darüber hinaus bietet „Aufgaben“ eine verbesserte Todoist-Integration. Auch „Kontakte“ besitzt eine leicht verbesserte Benutzeroberfläche, zudem sortiert die Anwendung ab sofort die Kontakte wahlweise nach Vor- oder Nachnamen.
Fotos und Videos
Die Bildverwaltung „Fotos“ importiert jetzt Fotos von Wechseldatenträgern, wie SD-Karten oder USB-Sticks. „Fotos“ erkennt dabei automatisch neu angestöpselte Datenträger. Fotos lassen sich zudem mit Glanzlichtern und Schatten aufhübschen.
Die Medienwiedergabe „Videos“ spielt jetzt auch MJPEG-Dateien ab. In „Musik“ lassen sich Wiedergabelisten per Drag-and-Drop sortieren.
Gemischtes
Die Standard-Schriftart namens Cantarell besitzt überarbeitete Zeichenformen und die Abstände. Texte sollen sich so noch besser lesen lassen. Anwender dürfen sich zudem über die zwei neuen Schriftschnitte schmal und extra fett freuen. Darüber hinaus bringt Gnome 3.28 neue Hintergrundbilder mit.
Komplett neu entwickelt hat das Gnome-Team die Bildschirmtastatur. Sie soll jetzt deutlich einfacher zu bedienen sein, als die Vorgängerin. Die Bildschirmtastatur erscheint automatisch, sobald ein Texteingabefeld den Fokus erhält. Gnome verschiebt dabei den Bildschirminhalt so, dass das Eingabefeld weiterhin sichtbar bleibt.
Die Anwendung „Spiele“ hat schließlich noch einen Video-Filter spendiert bekommen, der einen alten Röhrenfernseher simuliert.
Virtuelle Maschinen
Das Programm „Boxen“ dient zur Verwaltung von virtuellen Maschinen. In Gnome 3.28 müssen Anwender im entsprechenden Assistenten lediglich das zu installierende Betriebssystem auswählen, das Boxen dann automatisch aus dem Internet herunterlädt. Dateien lassen sich zudem zwischen Host und Gastsystem per Drag-and-Drop austauschen. Alternativ kann man die Funktion „Senden an“ aufrufen und dann die zu übertragende Datei aussuchen.
Harte Ware
Die Auslastung ihres Systems können Anwender mit dem gleichnamigen brandneuen Programm ausprobieren. Es liefert verschiedene Statistiken über die Prozessortätigkeit, die Hauptspeicherbelegung und die Festplattenauslastung. Die Anwendung gilt allerdings explizit als „Technologie-Vorschau“ – Nutzer sollten folglich noch mit einigen Kinderkrankheiten rechnen.
Gnome 3.28 unterstützt erstmals Verbindungen über Thunderbold 3. Alle Touchpads unterstützen jetzt auch Gesten als Ersatz für einen Rechtsklick. Das entsprechende Verhalten lässt sich über die „Tweaks“-Anwendung einstellen. Abschließend zeigt Gnome auch den Ladezustand und die Energiestufe von Bluetooth LE-Geräten an.
Sämtliche Neuerungen listet die offizielle Ankündigung auf. In Anerkennung an das Organisationsteam der GNOME.Asia-Konferenz trägt Gnome 3.28 den Codenamen „Chongqing“. GNOME.Asia ist die offizielle Gnome-Konferenz in Asien und fand zuletzt in der chinesischen Stadt Chongqing statt.





