Das beliebte Open-Source-Bildbearbeitungstool GIMP veröffentlicht ein Jahr nach Beginn der Entwicklungsphase die Version 3.2. Neben zahlreichen UI/UX-Verbesserungen stechen besonders die neuen nicht-destruktiven Ebenen sowie über 20 neue Pinsel hervor.
Das freie Bildbearbeitungstool GIMP (GNU Image Manipulation Program) braucht wohl kaum eine Vorstellung. Das mittlerweile fast 30 Jahre alte pixelbasierte Grafikprogramm hat sich schon längst als die Open-Source-Alternative zu zahlungspflichtigen Grafiksoftware wie Adobe Photoshop etabliert.
Ein Jahr nach der Version 3.0 veröffentlicht GIMP nun ein großes Update mit der Version 3.2. Der Hauptfokus des neuen Releases sind nicht-destruktive Ebenen. Dabei handelt es sich um Ebenen, die Sie, ähnlich wie nicht-destruktive Filter, nachträglich ohne Nutzen der Undo-Funktion bearbeiten können. Bisher waren die einzige Art solcher Ebenen in GIMP die Textebenen. In 3.2 kommen nun die Link- und Vektorebenen dazu.
Linkebenen entsprechen der aus Photoshop bekannten “Linked Smart Object”-Funktion. Sie können damit ein externes Bild in eine GIMP-Komposition integrieren. Die Ebene aktualisiert automatisch alle Änderungen, die im verlinkten Bild erfolgen. Vektorebenen erlauben Ihnen, mit dem Pfad-Tool eine Pfadebene mit Strich- und Fülleinstellungen zu erstellen. Wie auch die Linkebene wird die Vektorebene ebenfalls bei jeder Änderung am Pfad aktualisiert. GIMP reagiert auf Nutzerfeedback zu den Textebenen und stattet alle drei nicht-destruktive Ebenen mit einem “Rasterize”-Toggle aus. Erst bei Aktivieren können Sie die Ebene destruktiv bearbeiten. Die Option “Revert Rasterize” kehrt diesen Prozess um und entfernt alle destruktiven Änderungen.
GIMP 3.2 aktualisiert das Pinselwerkzeug MyPaint Brush auf die API der Version 2. Damit stehen Ihnen nun 20 neue Pinsel zu Verfügung. MyPaint Brush passt sich nun automatisch an Zoom und Rotation auf Ihrer Leinwand an und erlaubt so dynamischeres Malen. Auch der Leinwand-Texteditor erhält Workflow-Verbesserungen und erlaubt nun gängige Shortcuts wie Ctrl + B für das Fetten von Text oder Shift + Ctrl + V, um unformatierten Text einzufügen. Zahlreiche UI/UX-Verbesserungen sind dank Nutzerfeedback in Version 3.2 enthalten, unter anderem Keyboard-Shortcuts für die Scheren- und Spiegeln-Funktionen, automatische Anpassung an das Farbschema des Betriebssystems sowie eine Drag-and-Drop-Funktionalität für Bilder.
GIMP 3.2 ist als direkter Download für Linux, macOS und Windows erhältlich. Die Dokumentation für 3.2 ist noch nicht veröffentlicht, hierzu empfiehlt GIMP, zunächst weiterhin die 3.0-Dokumentation zu Rate zu ziehen. Eine vollständige Liste aller Änderungen in 3.2 entnehmen Sie aus den Release Notes.




