Freescale ruft zweite Generation der Internettablets aus

Freescale trommelt für die Consumer Electronics Show (CES). Genauso smart, aber ein größeres Display als beim Smartphone und weniger als 200 US-Dollar sei genau das, was die Generation Internet der 12 bis 25-Jährigen wolle. Jedenfalls hat der Chiphersteller eine passende Geräteidee dafür.

Sieben-Zoll-Touchscreen, i-MX515-CPU und ein Akku, der den ganzen Tag hält: So kündigt Freescale das Referenz-Tablet für die CES (7. bis 10. Januar in Las Vegas) an. Darauf sollen Android und andere Linuxe zu sehen sein. Der Preis soll bei nicht mehr als 200 Dollar liegen. Optional soll für das Tablet auch ein Ständer mit Tastatur erhältlich sein, womit es dann tatsächlich zum Mini-Rechner gerät. Das stellt dann auch den Unterschied zu anderen Tablets und zu Netbooks dar – denn Multimediapower und mobile Connectivity sind ansonsten nichts Neues.

Mit dem Internettablet stellt Freescale nach eigenen Angaben die erste Plattform vor, die als ein hauseigenes Smart Application Blueprint for Rapid Engineering (SABRE) entstanden ist. Es soll ab Februar 2010 Herstellern eine Vorlage geben, die das Tablet intern selbst produzieren möchten und dafür von Freescale etwa Blockdiagramme, Schemata, Teilelisten und ein Linux Board Support Package erhalten. Das 2004 gegründete texanische Unternehmen lässt das Gerät wie einen Ebook-Reader aussehen und veranschlagt knapp 400 Gramm, 512 MByte Arbeitsspeicher, zwischen vier und 64 GByte Micro-SD-Kartenspeicher und eine drei-Megapixel-Webcam. USB 2.0 und Mini-USB sind als Anschlüsse dabei, worüber auch das Laden erfolgt. Eine Option für SIM-Karten ist vorgesehen, vernetzen soll sich das Gerät via Wlan 802.11 b/g/n, Bluetooth 2.1 und GPS. Als Betriebssysteme sind neben Ubuntu und Android laut dem zweiseitigen Produktblatt (PDF) auch das Mobillinux Millos von Thundersoft vorgesehen.

Glen Burchers, den das Unternehmen Freescale als seinen Mobilexperten bezeichnet, zeigt sich in einem Blogeintrag Ende Dezember 2009 überzeugt davon, dass die Zeit für Tablets gekommen sei (im Gegensatz zum ende der 1990er, wo beispielsweise Apple bereits ein Rechnertablet herausgebracht habe, das aber auf dem Markt scheiterte). Tablets beschreibt er als leistungsfähige Mobilgeräte mit größerem Bildschirm als Smartphones. Deren Zielgruppe seien 12 bis 25-jährigen Internetnutzer. was eine nicht näher beschriebene Anwender-Befragung seines Arbeitgebers ergeben habe. Die kritische Schwelle zwischen Erfolg und Misserfolg der PC-Tablets markiert seiner Meinung nach die Verbreitung des Internet. Warum aber sein glaubhaft hergeleitetes Erfolgsversprechen nicht ebenso für die Netbooks gelten könnte, und warum es sich für die Tablets nach anfänglichem Boom nicht ebenso als falsch herausstellen sollte, die Frage beantwortet er leider nicht.

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