Die Linux-Distribution Fedora Core steht in Version 8 (Codename "Werewolf") zum Download bereit.
Für den Benutzer birgt Fedora Core 8 eine Reihe von Neuerungen. Dank Pulseaudio können die Benutzer die Lautstärke für einzelne Anwendungen festlegen, was für die separate Regelung des Klingeltons einer VoIP-Software sinnvoll ist. Das bei freien Distributionen übliche Problem mit der Einbindung zweifelhafter Codecs löst Fedora mit dem Codec-Buddy: Zwar verzichtet Fedora nach wie vor auf umstrittene Codecs, zeigt aber Ressourcen, die sie ausliefern. Drucker richtet die Distribution automatisch ein und unterstützt sie zumindest mit einem simplen Treiber.
Eher experimentellen Charakter hat ein Paket namens Online-Desktop, das sich über den Paketmanager installieren lässt: Es baut eine Schnittstelle ins Internet auf und macht webbasierte Anwendungen und soziale Netzwerke zugänglich. Den Zugang zu drahtlosen Netzwerken erleichtert die überarbeitete Version 0.7 des Network-Manager. Auch Bluetooth kann der Anwender dank der grafischen Tools Gnokii und des Gnome-Phone-Managers einfacher bedienen und dadurch sein Handy weniger umständlich synchronisieren.
In puncto Sicherheit wartet die neue Distribution mit einigen Änderungen auf: Die mitgelieferte Firewall lässt sich dank des grafischen Tools System-config-firewall einfacher bedienen. “PolicyKit” erlaubt es, Privilegien gezielt auf die verschiedenen Anwendungen zu verteilen. Über den Virt-Manager lassen sich mehrere entfernte Server sicher über SSL/TLS-Verschlüsselung und x509-Zertifikate zur Authentifizierung betreiben.
Energiesparend soll sich das Tickless-Kernel-Feature auswirken. Effizienteres Power-Management und eine verbesserte Suspend-Funktion sind weitere Verbesserungen in dieser Richtung. Mit Powertop bringt Fedora Core 8 zudem eine Software mit, die Energieverschwender aufspüren soll.
Auch für das Auge hat FC8 Neues zu bieten: Neben einem aufgefrischten Look sind die 3D-Effekte von Compiz bei Gnome und KDE standardmäßig mit an Bord. Sie lassen sich über “Einstellungen/Desktop-Effekte” aktivieren. Für Freunde der Compiz-Beryl-Reunion bietet FC8 die Effekte von Compiz Fusion in seinem Repository zum Download an.
Mit den so genannten Custom Spins finden Nutzer nun Fedora-Ableger, die bestimmte Schwerpunkte bedienen: Die Live-DVD Fedora Games Spin bringt für Spieler zahlreiche 3D-Shooter wie Nexuiz und Quake 3 mit, wartet aber auch mit Klassikern wie Freeciv oder Nethack auf. Zwei weitere Spins richten sich an Entwickler (mit IDEs und Build-Tools) und Elektronikbastler. Weitere Änderungen listet ein eigenes Wiki zur neuen Release auf. Die Distribution steht zum Download bereit.
Fedora Core ist ein Abkömmling der Red-Hat-Distribution: Das Unternehmen Red Hat initiierte das Community-Projekt Fedora Core im Jahr 2003.




