Europol schließt große Phishing-Plattform

Das Europol-Gebäude (Quelle. Europol Pressestelle)

Das Europol-Gebäude (Quelle. Europol Pressestelle)

In einer international koordinierten Aktion hat Europol die als Tycoon 2FA bekannte Phishing-Plattform geschlossen, die Cyberkriminellen ein abonnementbasiertes Toolkit zur Verfügung stellte, mit dem sie Live-Authentifizierungssitzungen abfangen und sich unbefugten Zugriff auf Online-Konten verschaffen konnten.

Im Rahmen der Aktion, die Europols European Cybercrime Centre (EC3) koordinierte, wurden 330 Domains, die die Kerninfrastruktur des kriminellen Dienstes bildeten, abgeschaltet, darunter Phishing-Seiten und Kontroll-Panels. Die Außerbetriebnahme wurde von Microsoft mit Unterstützung einer Koalition privater Partner ausgeführt, während die Beschlagnahmung der Infrastruktur und andere operative Maßnahmen von Strafverfolgungsbehörden in Lettland, Litauen, Portugal, Polen, Spanien und dem Vereinigten Königreich verantwortet wurden.

Tycoon 2FA war seit mindestens August 2023 aktiv und gehörte zu den größten Phishing-Operatoren weltweit. Es ermöglichte Tausenden von Cyberkriminellen den heimlichen Zugriff auf E-Mail- und Cloud-basierte Dienstkonten. In großem Umfang generierte die Plattform jeden Monat Millionen von Phishing-E-Mails und ermöglichte den unbefugten Zugriff auf fast 100 000 Organisationen weltweit, darunter Schulen, Krankenhäuser und öffentliche Einrichtungen. Bis Mitte 2025 entfielen rund 62 Prozent aller von Microsoft blockierten Phishing-Versuche auf Tycoon 2FA.

Die Ermittlungen begannen, nachdem Trend Micro entsprechende Informationen weitergegeben hatte. Europol verbreitete diese Informationen über seine EC3-Beratergruppen und operativen Netzwerke, wodurch eine koordinierte operative Strategie entwickelt werden konnte. Eine Reihe von Mitgliedern der Beratergruppe wurde anschließend in die Ermittlungen einbezogen, um die Bekämpfung der kriminellen Aktivitäten zu unterstützen. Im Rahmen des Cyber Intelligence Extension Programme (CIEP) von Europol arbeiteten Microsoft und Trend Micro mit den Strafverfolgungsbehörden zusammen und stellten technisches Fachwissen und Infrastrukturanalysen zur Verfügung.

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