“No rust code in kernel/dma, please” – mit diesem Statement versucht Kernel-Entwickler Christoph Hellwig die Aufnahme von in Rust programmierten Code in den Linux-Kernel zu verhindern.
Hellwig ist vor allem durch seinen Prozess gegen VMware wegen GPL-Verletzung Mitte der 2010er Jahre bekannt geworden. Er begründet seine ablehnende Haltung damit, dass “die Pflege mehrsprachiger Projekte ein Problem” sei, mit der er sich nicht beschäftigen möchte. Wer etwas anderes als C verwenden wolle, sei es Assembler oder Rust, der solle C-Schnittstellen schreiben und sich selber um die entstehenden Probleme kümmern.
Auch gegen einen weiteren Maintainer, der sich speziell um den Rust-Code kümmern könnte, spricht er sich aus: “Und ich will auch keinen weiteren Maintainer. Wer Linux durch eine sprachübergreifende Codebasis unwartbar machen will, soll das in seinem eigenen Treiber tun, anstatt dieses Krebsgeschwür auf Kernel-Subsysteme zu verbreiten.” Das würde aber bedeuten, dass der Rust-Code in jeden Treiber einzeln zu integrieren wäre, statt ihn an einer zentralen Stelle im Kernel zu pflegen. Das erscheint nicht praktikabel.
Der Ton ist scharf, die Wellen schlagen hoch – doch wahrscheinlich wird auch hier nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wurde. Stattdessen genießt das Vorhaben, mehr und mehr Code in Rust in den Kernel zu integrieren, die Rückendeckung zahlreicher namhafter Kernel-Entwickler und wohl auch von Torvalds. Es ist zu erwarten, dass sich – wie schon in ähnlichen Auseinandersetzungen zuvor – am Ende ein Kompromiss findet. Derartige Debatten gibt es übrigens in allen großen Softwareprojekten hinter den Kulissen. Im Fall von Open Source werden sie allerdings in der Öffentlichkeit ausgetragen.






Wer nicht mit der Zeit geht, muss mit der Zeit gehen. Vielleicht sollte Kernel-Entwickler Christoph Hellwig gehen…