Entscheider glauben: Cloud frisst IT

Die Mehrzahl der IT-Verantwortlichen hat große Bedenken bezüglich der Zukunftsfähigkeit ihrer IT-Organisation; rund die Hälfte rechnet sogar damit, dass ihr Verantwortungsbereich während der kommenden drei Jahre gänzlich verschwinden und durch Cloud- oder Outsourcing-Dienstleister ersetzt werden könnte. Das ist das  Ergebnis einer großangelegeten befragung von CIOs im Auftrag von EMC.

Etwas mehr als die Hälfte der Befragten geht davon aus, dass die IT die Innovationskraft von Unternehmen schon heute eher beschränkt als sie zu fördern (in Deutschland: 33 Prozent). Rund 63 Prozent der Befragten nehmen an, dass sich das in Zukunft noch verschlimmern könnte: Weiteres Unternehmenswachstum und steigende Anforderungen etwa an die Entwicklungs- und Bereitstellungsgeschwindigkeit würden die IT künftig derart überfordern, dass Einbußen bei Qualität und Kundenzufriedenheit nicht mehr auszuschließen wären (in Deutschland: 61 Prozent).

Nicht zuletzt deshalb rechnen 58 Prozent der CIOs sogar damit, dass ihre IT-Organisation als unabhängige Einheit bis 2019 weitgehend verschwunden sein könnte (in Deutschland: 37 Prozent) – auch weil sämtliche oder zumindest ein Großteil ihrer Aufgaben an Cloud- und andere Outsourcing-Dienstleistungen ersetzt worden sein könnten (Letzteres in Deutschland: 48 Prozent aller Befragten).

Der Unternehmens-IT fehlt es nach Einschätzung der Teilnehmer an zeitgemäßen Infrastruktur-Technologien und entsprechenden Management-Verfahren. Vor allem aber hapert es am “Business Alignment”, also der Anbindung an und dem Einfluss auf den übrigen Geschäftsbetrieb. Tatsächlich verschiebt sich die Entscheidungshoheit über Digitalisierungs-Fragen in vielen Unternehmen weg von der IT hin zu anderen Organisationsbereichen: In rund 39 Prozent der untersuchten Unternehmen beeinflussen inzwischen andere Manager als der CIO die IT-Strategie – etwa die Geschäftsführung (in 23 Prozent der entsprechenden Unternehmen), das Marketing (11 Prozent) oder der Vertrieb (10 Prozent).

Auch die Sichtweisen von IT- und übriger Geschäftsführung gehen in vielen Unternehmen offenbar stark auseinander. So meinen beispielsweise 58 Prozent der befragten CIOs, die volle Kontrolle über die IT ihres Unternehmens zu haben. Doch nur 13 Prozent der befragten Spitzen-Führungskräfte der Geschäftsseite sehen das ähnlich; weitaus mehr – rund 36 Prozent – halten das Gestalten der IT-Strategie für ihre eigene Aufgabe; rund drei Viertel der Business-Manager meinen, auch über das dafür erforderliche Technik-Verständnis zu verfügen.

Für die Untersuchung “Endangered IT” befragte Arlington Research im Auftrag von EMC im Februar 2016 2741 Entscheider aus der IT (50 Prozent) sowie Business-Manager (50 Prozent) von Unternehmen aus 13 Ländern; 20 Prozent der Befragten arbeiteten zum Zeitraum der Befragung auf Vorstandsebene (d.h. sie waren wenigstens Vice President oder Senior Vice President). Die untersuchten Unternehmen beschäftigen zwischen 50 und über 1.000 Mitarbeiter und gehören unterschiedlichen Branchen an.

E-Mail Benachrichtigung
Benachrichtige mich zu:
0 Kommentare
Älteste
Neuste Beste Bewertung
Nach oben