Der Rat der Stadt Dortmund hat sich für den priorisierten Einsatz von Open Source Software in der Stadtverwaltung entschieden. Die dort entwickelten Lösungen sollen auch der Allgemeinheit zur Verfügung stehen.
Nachdem die Stadt München sich inzwischen wieder von der einstigen Vorreiterrolle beim Einsatz von Linux und freier Software verabschiedet hat und auf Microsoft-Software setzt, geht der Rat der Stadt Dortmund einen anderen Weg. Dort soll auf Verwaltungsebene nun wo möglich Open Source Software genutzt werden, lautet der Beschluss. Zudem sollen von der Verwaltung entwickelte oder zur Entwicklung beauftragte Software der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt werden. Für die Vergabepraxis der Stadt bedeute dies, dass die Verwaltung zukünftig für jeden proprietären Softwareeinsatz begründen muss, warum keine Open Source Software eingesetzt werden kann, teilt die Open Source Business Alliance (OSB Alliance) mit. Der Verband der Open Source Industrie in Deutschland hat den Prozess in Dortmund verfolgt und ist hoch erfreut über das Ergebnis. Der Entschluss für Open Source Software ist laut OSB Alliance auch dem Einsatz der Inititative Do-FOSS zu verdanken. Die Initiative habe viel Überzeugungsarbeit im Sinne der freien Software geleistet, teilt die OSB Alliance mit. Wie berichtet ist Do-FOSS schon von Beginn an in die Planung eingebunden.
Christian Nähle, Geschäftsführer von Do-FOSS kommentierte, sieht im Beschluss eine Zeitenwende für die Art und Weise, wie der Einsatz von Software durch die Stadtverwaltung diskutiert und dargestellt werden muss. Damit hätten etwa Fachverfahren einen Startvorteil, wenn sie als Open Source angeboten werden. Jetzt gelte es noch zu erörtern, wie man bestehende Herstellereinschlüsse aufbrechen könne. Dazu erarbeite die Do-FOSS derzeit gemeinsam mit der Stadt Dortmund Elemente für eine Digitalisierungsstrategie. Zudem sei eine kommunale Open Government Konferenz in Dortmund geplant, die sich schwerpunktmäßig mit Freier Software für den öffentlichen Dienst befassen soll, sagte Nähle der OSB Alliance. Derzeit arbeite die Initiative auch mit der Kommunalen Gemeinschaftsstelle (KGSt) und dem Deutschen Städtetag an einem Sonderbericht für Kommunen zu Digitaler Souveränität.





