Displayserver Mir erreicht Version 1.0

Ubuntu-Sponsor Canonical veröffentlicht Displayserver Mir 1.0. Der soll nun aber eher im IoT-Bereich zum Einsatz kommen.
Vor mehr als fünf Jahren hat der Ubuntu-Sponsor Canonical erstmals seine Pläne für den Displayserver Mir vorgestellt, nun ist die Software in der stabilen Version 1.0 erschienen. Im Vergleich zur ersten Ankündigung, die für große Diskussionen und Ärger in der Linux-Community sorgte, hat sich das Einsatzgebiet von Mir sehr stark gewandelt. Laut der Ankündigung der Version 1.0 sieht Canonical Mir vor allem für den Einsatz im IoT-Umfeld vor.

Der Displayserver Mir war eine der Hauptkomponenten zur Umsetzung des neuen konvergenten Unity-Desktops von Ubuntu, der sowohl auf Desktops als auch auf Smartphones laufen sollte. Nach dem Scheitern des Smartphone-Projekts hat Canonical auch die Unity-Oberfläche für den Ubuntu-Desktop nicht weiter entwickelt und wechselte Ubuntu zurück zum Gnome-Desktop, der auch Wayland statt des veralteten X11 nutzen kann.

Mir plus Wayland

Eigentlich sollte Mir nicht nur X11 als Displaykomponente unter Linux beerben, sondern war auch als Alternative zu Wayland gedacht, das ähnliche Ziele verfolgt. Auch wegen des inzwischen deutlich anderen Fokus nutzt nun aber auch der Displayserver Mir die Wayland-Technik als primäres Protokoll zur Kommunikation mit den Anwendungen.

Canonical beschreibt Mir als “schnell, leicht und sicher”. Die Technik läuft auf verschiedenen Plattformen sowie Treibern. Im IoT-Bereich will Canonical Mir vor allem für spezialisierte Einsatzgebiete wie einen Kiosk-Modus einsetzen, den Mir mitliefert. Auch für Digital Signage und andere zweckgebundene grafische Anwendungen eignet sich Canonicals Displayserver. Für IoT-Geräte bietet Canonical außerdem das eigene neue Paketformat Snap, das eine einfache Integration für den Mir-Kiosk-Modus ermöglichen soll.

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