Digitalbarometer zeigt Mängel bei digitaler Kompetenz

Das Bayerische Forschungsinstitut für Digitale Transformation (bidt) und die Süddeutsche Zeitung (SZ) haben mit dem bidt-SZ-Digitalbarometer ein Projekt gestartet, um die digitale Kompetenz in Deutschland zu erforschen. Fazit der Befragung von rund 9000 Personen: Es besteht eine digitale Kluft zwischen Frauen und Männern, jüngeren und älteren Menschen, Personen mit höherer und niedriger formaler Bildung und auch Personen mit höherem Einkommen und niedrigerem Einkommen.

Befragt wurden im August und September 2021 insgesamt 9044 Personen ab 14 Jahren nach ihren digitalen Fähigkeiten. Zur Ausgestaltung der Befragung teilt das bidt mit, dass die Fragen auf dem europäischen Referenzrahmen für digitale Kompetenzen DigComp basieren und einen Vergleich auf fünf Kompetenz-Ebenen ermöglichen würden: Umgang mit Informationen und Daten (deutscher Durchschnitt 63), Kommunikation und Zusammenarbeit (59), Erzeugen von digitalen Inhalten (45), Sicherheit (57) und Problemlösungs-Kompetenz (52). Aus den Antworten auf die Fragen aus diesen fünf Bereichen ermittle man eine Gesamtzahl, die im deutschen Durchschnitt bei 55 von 100 liege.

92 Prozent der befragten Personen haben angegeben, privat mindestens entweder ein Smartphone, einen Computer oder ein Tablet einzusetzen, und 91 Prozent nutzen das Internet privat. Die häufigste Anwendung sei das Versenden und Empfangen von E-Mails, hat die Befragung ergeben.

Die Analyse des Nutzungsverhaltens zeige eine digitale Kluft. So würden Männer sowie jüngere, höher gebildete und einkommensstärkere Personen das Internet und digitale Geräte häufiger nutzen als Frauen, ältere, niedriger gebildete und einkommensschwächere Personen. Die Corona-Pandemie trage dazu bei, diese Kluft noch zu verstärken, teilt das bidt mit. Vor allem junge Menschen sowie Personen mit höherer formaler Bildung oder höherem Haushaltsnettoeinkommen hätten angegeben, digitale Geräte infolge der Corona-Pandemie häufiger zu nutzen.

Die Mehrheit der Deutschen fühle sich zumindest gelegentlich im Umgang mit digitalen Geräten oder dem Internet überfordert, heißt es weiter. Nur 14 Prozent der Personen ab 14 Jahren in Deutschland hätten angegeben, nie überfordert zu sein. Im grundlegendsten Kompetenzbereich Umgang mit Informationen und Daten haben 12 Prozent der Deutschen nur niedrige und damit unzureichende Kompetenzen, hat die Befragung ergeben. Auch hier zeige sich eine digitale Kluft. Nach eigener Einschätzung weisen Männer, jüngere Personen, formal höher Gebildete und einkommensstärkere Menschen eine höhere Digitalkompetenz auf als Frauen, ältere Personen, formal niedrig Gebildete und einkommensschwächere Menschen. Die Corona-Pandemie trägt auch hier eher zu einer Verstärkung bei. Jüngere, höher Gebildete, Männer und einkommensstärkere Personen haben angegeben, in den letzten 12 Monaten ihre digitalen Fähigkeiten verbessert zu haben. Das Digitalbarometer ist online (PDF) zu finden.

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