Das neue Digikam 5.0.0 fußt fast komplett auf Qt 5, berichten die Macher in einem Blogeintrag. Die Arbeit an der neuen Release und die Abkehr von KDE habe zwei Jahre gedauert. Zugleich lockert das Projekt die Abhängigkeit von SQLite.
In dieser Zeit wurde Code von Qt 4 und KDE 4 entfernt, ersetzt oder erneuert, was sich als langwieriger Prozess erwies. Digikam war traditionell eng mit KDE verknüpft, der komplette Port auf Qt 5 beschert den Entwicklern nun einiges an Arbeit. Immerhin wurden 80 Prozent der KDE-Abhängigkeiten entfernt und 10 Prozent sind nur noch optional.
Ziel der Übung ist, Digikam einfacher auf andere Betriebssysteme zu portieren, und Binärinstaller anzubieten. Zudem lasse sich der Code einfacher verwalten und könne das Projekt die Abhängigkeit von API-Änderungen des KDE-Projekts reduzieren.
Datenbankabfragen erledigte Digikam lange über KIO-Slaves, weil SQLite Multi-Threading ohnehin nicht unterstützte und die Entwickler Datenbankaktionen so in den Hintergrund schieben wollten. Entwickler Mohamed Anwer hat nun eine portable Multicore/Multithreading-Lösung für Digikam entwickelt. Da die Arbeit schneller voran ging als erwartet, entwickelte er auch den virtuellen Mülleimer, um unabhängig von KDEs Müllentsorgung zu werden. Digikam legt gelöschte Dateien nun in versteckten Ordnern innerhalb der Main Collections ab.
Ein anderer Entwickler, Veaceslav Munteanu, hat den Metadaten-Workflow verbessert, um vor allem Foto-Metadaten mit der Datenbank abzugleichen. Ein neues Tool namens Lazy Synchronisation Tool erledigt arbeitet offene Metadaten-Operationen im Hintergrund ab. Über einen neuen “Settings”-Bereich lassen sich Exif-, IPTC- und XMP-Tags einpflegen, Tags lassen sich vor dem Parsen zudem sortieren und gezielt aktualisieren.
Der Entwickler Shourya Singh Gupta hat indes die Kipi-Plugins auf Qt 5 portiert, während Maik Qualmann dasselbe für das Kipi-Tool getan hat. Digikam kann dadurch auf das KIO API verzichten, um mit entfernten Webdiensten zu reden und kann Kipi-Tool auch außerhalb von Linux nutzen. Die MySQL-Datenbank wird nun nach und nach repariert, zugleich arbeiten die Entwickler am Maria-DB- und MySQL-Interface und führen neue Features ein. Nutzer können gleich beim ersten Start MySQL konfigurieren und müssen nicht mehr später von SQLite auf MySQL migrieren. Insbesondere für Bilddatenbanken mit mehr als 100 000 Fotos empfehlen die Entwickler in ihrer Ankündigung MySQL.





