Forscher am Hasso-Plattner-Institut (HPI) in Potsdam haben eine neue Programmiersprache namens Babelsberg vorgestellt. Sie arbeitet nach dem Constraint-Paradigma und ist als Prototyp unter Open-Source-Lizenz erhältlich.
Der Doktorand Tim Felgentreff und der Professor Alan Borning (Gastwissenschaftler von der Washington University, Seattle) arbeiten bereits zwei Jahre an der Programmiersprache. Zusammen mit Robert Hirschfeld, Leiter des HPI-Fachgebiets Software-Architekturen, haben sie die Sprache nun in einem Aufsatz (PDF-Dokument) in den Technischen Berichten des HPI (Band 81) vorgestellt.
Babelsberg kombiniert zum Object Constraint Programming das Paradigma mit der objektorientierten Softwareentwicklung. Einen Prototypen der Sprache haben die Forscher als Erweiterung von Ruby implementiert. Er heißt Babelsberg/R und ist unter BSD-Lizenz in einem Github-Repository im Quelltext zu haben.
Der Ansatz soll Programme einfacher und weniger fehleranfällig machen. Felgentreff formuliert das so: “Mit Babelsberg [] eröffnen wir Programmierern die Möglichkeit, die Aufgabe als solche zu formulieren. Wie diese zu lösen ist, versucht der Computer dann selbst herauszufinden.” Wie ein guter Koch in der Lage sei, ohne Rezept ein Gericht nachzukochen, so könne Babelsberg ohne explizite Anweisungen einen gewünschten Zielzustand erreichen. Ein Beispiel wäre ein Programm zum Lösen eines Sudoku-Rätsels. Mit Babelsberg müsst der Programmierer nur noch die Regeln in Code fassen.
Auch eine Demo-Seite mit einer Umsetzung von Babelsberg in Javascript gibt es. Neugierige können sich zudem ein Video von Felgentreffs Vortrag auf der Craft-Konferenz ansehen, die Ende April 2014 in Budapest stattfand.





