Code of Conflict will Kernelentwicklung deeskalieren

Mit der Message “Be excellent to each other” aus dem Film “Bill & Teds verrückte Reise durch die Zeit” von 1989 schließt der neue Code of Conflict, der seit gestern in der Dokumentation zum Kernel 4.0 steckt.

Laut Entwickler Greg Kroah-Hartman soll der Code of Conflict als “rationale Basis für unsere Code Reviews” dienen, Hilfe bei der Umsetzung geben, aber auch einen “Eskalationskanal” für Entwickler, die das wünschen.

Kroah-Hartman hat den kurzen Text aus gutem Grund in die Kerneldokumentation integriert: Sensiblere Menschen schreckt der oft raue bis rüde Ton auf der Mailingliste regelmäßig von Codebeiträgen ab. Es sei “nicht akzeptabel, wenn sich jemand persönlich angegriffen, bedroht oder sonstwie unwohl in diesem Prozess fühlt”, erklärt der Code of Conflict. Wer sich von anderen Entwicklern auf den Schlips getreten fühlt, kann laut Code of Conflict fortan eine Mail an das Technical Advisory Board der Linux Foundation schicken.

Die Linux Foundation steckt in dieser Sache in einer Zwickmühle: Einerseits schätzen viele altgediente Kernelentwickler die recht unmissverständliche Kommunikation, allen voran Kernelchef Linus Torvalds selbst. Andererseits will die Foundation neue Entwickler und vor allem Entwicklerinnen für den Kernel begeistern. Die aber wenden sich nach einer wüsten Code Review lieber anderen Projekten zu. Ob der Code of Conflict die Lage verbessert, muss sich zeigen, Kroah-Hartman scheint da auch unsicher zu sein. “Mal schauen, wie das funktioniert.” steht in der Commit-Nachricht.

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