[Update] Chat-Client Element: Neuer Name, neue Version

Riot.im heißt jetzt Element: Die Entwickler haben ihren freien Chat-Client, die Firma selbst und ihren Matrix-Hosting-Service umbenannt.  Passend zum Namenswechsel erscheint auch ein neuer Android-Client.

Nicht nur in Frankreich, sondern auch beim deutschen Militär, kommt Riot.im bereits zum Einsatz. Wobei das nicht ganz stimmt: Die Chat-Software, die Firma dahinter und auch ihr Managed-Matrix-Angebot firmieren neuerdings unter dem Namen Element.  Das als Slack-Konkurrent angetretene Element steht unter der Apache-Lizenz und unterstützt, anders als Slack, eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Das heißt, das Ver- und Entschlüsseln der Nachrichten findet jeweils auf den Geräten der Nutzer statt.

Der Namenswechsel betrifft dabei auch gleich ein neues Produkt: Mit RiotX ersetzen die Entwickler ihren bisherigen Riot-Client für Android. Der neu entwickelte Client verlässt nun die Betaphase, heißt aktuell im Playstore zwar noch RiotX, soll aber später offenbar den neuen Namen Element tragen.

Populär in Europa

Die Mischung aus Open Source und Verschlüsselung machen die Kombination aus Matrix und Element gerade in Europa populär, die Corona-Krise tut ihr übriges. Wie die Macher von Element schreiben, ist Europa ihr dynamischster Markt. Das Unternehmen verdient Geld mit dem Support beim Aufsetzen der Matrix-Server und der dazugehörigen Software. Der Erfolg in Europa habe mehrere Gründe: Einer davon sei der Firmensitz in Europa. Ein anderer der Umstand, dass Europa eher dezentrale Lösungen bevorzuge, um die Software an die jeweiligen Rechtssprechungen der Länder anzupassen. Drittens engagiere sich die amerikanische Regierung zunehmend gegen Verschlüsselung, was europäische Organisationen zunehmend davon abhalte, zu amerikanischer Software zu greifen.

In Europa haben die Matrix- und Element-Entwickler aktuell alle Hände voll zu tun, was vor allem am Matrix-Server liegt, der mittlerweile bei vielen Behörden Dienste miteinander verknüpft. So auch beim Phoenix-Projekt, das in Schleswig-Holstein und Hamburg einen weitgehenden Open-Source-Stack für Schulen und öffentliche Verwaltung entwickelt. Im Zuge des Projekts arbeitet der Altenholzer IT-Dienstleister Dataport im Auftrag der Landesregierung an cloudbasierten Webarbeitsplätzen.

Dazu will Dataport eine “Matrix-basierte Lösung für 500000 Nutzer der öffentlichen Verwaltung und von Schulen” einführen, schreiben die Element-Macher. Ob ihre Chat-Lösung dort zum Einsatz kommt, ist allerdings unklar. Theoretisch wäre es möglich, denn aktuell läuft im Phoenix-Stack auch ein Matrix-Server. Als Chat- und Messenger-Lösung kommt allerdings offiziell Dataports dMessenger [PDF] zum Einsatz, der wiederum auf dem proprietären Teamwire zu basieren scheint.

[Update, 16.16 Uhr]: Wie Dataport dem Linux-Magazin schreibt, kommt im Phoenix-Stack jetzt auch Element als Messenger zum Einsatz.

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