In seinem Blog weist der anerkannte Security-Experte Bruce Schneier auf Unbekannte hin, die offenbar groß angelegte DDos-Angriffe auf Unternehmen fahren, die zur Kerninfrastruktur des Internet gehören. Laut Schneier testen sie die Abwehr.
Konkret richten sich die in den letzten ein oder zwei Jahren verzeichneten DDos-Angriffe laut Schneiers Beitrag gegen Unternehmen, die zur grundlegenden Infrastruktur des Internet beitragen. Schneier nennt keine Namen, vermutlich handelt es sich unter anderem um Content-Delivery-Netzwerke (CDNs) und Domain-Betreiber. Er sieht aber Muster in den Angriffen und betrachtet sie als Tests für einen potenziellen Großangriff auf das Internet.
"Diese Angriffe sind signifikant größer als jene, die wir gewöhnlich sehen. Sie dauern länger. Sie sind ausgefeilter. Und sie sehen wie Tests aus. In einer Woche startet ein Angriff auf einem bestimmten Level und steigert sich dann, bevor er stoppt. In der nächsten Woche startet er auf einem höheren Niveau und fährt fort. Und so geht es weiter als ob die Angreifer nach dem exakten Point of Failure suchen."
Den Angreifern stehe nicht nur eine recht große Bandbreite zur Verfügung, sie verwenden auch gleich mehrere Angriffsverfahren (Vektoren) auf einmal. Das zwingt die Unternehmen, sämtliche Verteidigungsregister zu ziehen, die sie haben. Die Angreifer erfahren so, welche Mittel den verschiedenen Unternehmen zur Verfügung stehen. Andere Angriffe manipulieren Routen und Internetadressen, laut Schneier eine Möglichkeit, die Reaktionsgeschwindigkeit für Korrekturen zu testen.
Schneier vermutet aufgrund der Größe und Komplexität Staaten wie Russland oder China hinter den Angriffen und glaubt, dass die NSA mehr weiß. Zugleich erinnere das Vorgehen an eine amerikanische Strategie aus dem Kalten Krieg. Damals überflogen die Amerikaner Russland in großer Höhe, was Russland dazu zwang, seine Luftabwehrfähigkeiten zu enthüllen. So lange die amerikanische Regierung aber wegen dieser Angriffe nicht öffentlich reagiere, finde man nicht heraus, woher diese stammen und lasse sich nichts dagegen unternehmen.





