Berliner Verwaltung sieht sich auf XP-Ende vorbereitet

(Hugo333/photocase.de)

Die Berliner Senatsverwaltung hat gegenüber dem Linux-Magazin zu den Vorwürfen Stellung genommen, die Behörde hätte das Support-Ende für Windows XP verschlafen.

Das hatte eine Pressemitteilung des Grünen-Abgeordneten Thomas Birk vom 28. Januar behauptet (wir berichteten). Darin hieß es unter anderem, die künftig fehlenden Sicherheitsupdates öffneten “ein Scheunentor für Cybercrime”.

Dazu schreibt die Senatsverwaltung für Inneres und Sport an das Linux-Magazin, diese Darstellung sei nicht richtig: “Die Ankündigung des Supportendes von Windows XP hat natürlich auch die Berliner Verwaltung veranlasst, eine Windows XP Migration zu planen. Im Land Berlin mit seinen 74.698 IT-Arbeitsplätzen (Stand 31.3.2013) gibt es eine dezentrale Organisationsstruktur beim IT-Einsatz. Daher ist es Aufgabe und Verantwortung der jeweiligen Senats- bzw. Bezirksverwaltung, in eigener Zuständigkeit die notwendigen Aktualisierungen von Hard- und Software durchzuführen. Das gilt auch für die Windows-Migration.”

Daneben verweist die Stelle darauf, dass die IT-Sicherheit eines Arbeitsplatzes von vielen Faktoren abhänge: “Selbstverständlich werden auch viele Maßnahmen zur IT-Sicherheit ergriffen.” Bis zum Stichtag 8. April sollen außerdem viele Arbeitsplätze bereits auf ein moderneres Betriebssystem umgestellt sein.

Die Senatsverwaltung gibt auch Auskunft zur Migration von Fachanwendungen: “In Berlin werden rd. 330 IT-Fachverfahren genutzt. Bei einer im Sommer 2013 durchgeführten Befragung der zuständigen Verfahrensverantwortlichen hat sich gezeigt, dass nur einige Verfahren nicht auf Windows 7 lauffähig sind, deren Weiter- bzw. Neuentwicklung jedoch bereits in Planung ist.”

Zum umfangreichen Themenkomplex einer Open-Source-Strategie für die Berliner Behörden schreibt die Senatsverwaltung, sowohl auf dem Desktop als auch bei den Servern sei bereits Open-Source-Software im Einsatz: “So sind in den Berliner Finanzämtern rd. 8.100 Arbeitsplätze und in der Bildungsverwaltung im Bereich Schulen (Projekt eGovernment@School) rd. 4.650 Arbeitsplätze mit OpenOffice ausgestattet. Im Serverbereich werden im ITDZ rd. 40% der Rechner mit Open Source-Betriebssystemen betrieben, in der Hauptverwaltung und den Bezirken rd. 20 %.”

Der Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen “Offene, freie und zukunftsorientierte IT-Strategie mit Open-Source-Software (OSS) für das Land Berlin” dagegen sei nicht mit IT-Strategie der Berliner Verwaltung vereinbar. Die Senatsverwaltung kritisiert daran, dass der Vorschlag mit Open-Source-Software eine “bestimmte technische Lösung” festschreiben wolle. Daher hätten “der Ausschuss für Digitale Verwaltung, Datenschutz und Informationsfreiheit am 10. Juni 2013 des Abgeordnetenhauses von Berlin sowie der Hauptausschuss am 28. August 2013 den Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Drucksache 17/0853 abgelehnt.”

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tuxmaggi
8 Jahre her

Es fehlt die Frage, wieviel die Unterstütung durch MS nach Support-Ende von XP wohl kostet. Denn die gibt es, kostet halt den Steuerzahler unnötigerweise etwas.

mjunker
8 Jahre her

Jetzt hat Berlin doch die Moeglichkeit Betriebssystem und Anwendungssoftware, auch die Fachverfahren (evtl. auf einen Terminal-Server auslagern, wenn nicht portierbar), auf quelloffene Systeme zu migrieren !!!

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