Nur wenige Tage hat es die Hacker von Asahi-Linux gekostet, einen funktionsfähigen Port auf die neuen Apple-Silicon-CPUs zu erstellen.
Das freie Betriebssystem Linux startet auf den neuen Macbook Pro mit M1-Pro-CPU. Das berichtet der für den Port verantwortliche Entwickler Hector Martin, der für die Arbeiten nur wenige Tage benötigt hat. Das System startet demnach bis in eine Shell-Umgebung, wie auch ein von Martin veröffentlichtes Foto zeigt.
Wie Martin weiter schreibt, seien darüber hinaus die USB-Ports nutzbar, USB Power Delivery werde unterstützt, ebenso wie SMP, IRQs, IPIs, DART, I2C, GPIO sowie die Framebuffer-Konsole. Als nächstes werde sich Martin dem PCIe-Support zuwenden, der vor allem für das WLAN sowie für den SD-Karten-Leser wichtig ist.
Wie Martin in einem weiteren Tweet offenbar unter Bezugnahme auf Reaktionen zu seiner Ankündigung schreibt, überrasche es ihn, “wie weit die Vorstellung vieler Menschen über die Einführung von Hardware-Unterstützung von dem tatsächlichen Aufwand entfernt ist”. Viele erwarteten hier wohl schlicht das Bild von einem Linux-Desktop auf einem neuen Gerät. Martin und seinen Mitstreitern seien aber eine solide Treiberbasis für alle Gerätebestandteile wichtiger, was immerhin für den M1-Chip bereits fast vollständig umgesetzt sei. Und auch mit dem M1 Pro scheinen Martin und das Asahi-Linux-Team nur wenig Probleme zu haben.
In Bezug auf die Arbeiten am M1 Pro schreibt Martin, dass der für den neuen Chip notwendige Code am Bootloader bereits eingepflegt sei. Darüber hinaus umfassen die Unterschiede zum M1 für den Linux-Kernel-Code bisher nur rund 1.300 Zeilen, wovon rund die Hälfte der neue Device-Tree sei. Der Rest sei Support-Code für den neuen Interrupt-Controller sowie das Iommu Page-Table-Format. Martin geht davon aus, dass der Code mit Linux 5.17 im Hauptzweig des Kernels veröffentlicht werden könnte.



