Die digitale Audio-Workstation (DAW) Ardour in Version 2 steht kurz vor der Fertigstellung.
Initator und Chefentwickler Paul Davis hat einen letzten Aufruf gestartet, Lokalisierungen einzusenden. Gleichzeitig kündigte er den – so hofft er – zweiten und letzten Release-Kandidaten an. Noch ist dieser aber nicht erschienen.
Die auffälligste Änderung gegenüber der Vorgängerversion betrifft die Bedienoberfläche des Programms, die jetzt auf Gtk-2 setzt. Für die OS-X-Version ist zudem keine X-Oberfläche mehr von Nöten. In Version 2.0 sind außerdem Videospuren und mehr Tonformate als beim Vorgänger unterstützt. Die Neuerungen und Verbesserungen finden sich im Changelog zum RC 1.
Ardour gilt als Pendant zum weit verbreiteten Pro Tools. Die Referenz in der professionellen Tonbearbeitung ist jedoch im Gegensatz zu Ardour an spezielle Hardware gebunden und nur für Macintosh- und Windows-Systeme verfügbar, Linux bleibt außen vor. Pro Tools wird auch in so genannten Stand-Alone-Systemen oder auch Konsolen eingesetzt. Das sind spezielle Maschinen, die ausschließlich der Tonbearbeitung dienen. Auch dieses Einsatzszenario hat das freie Ardour schon erfolgreich gemeistert: Auf dem National Association of Broadcasters Meeting im April 2006 in Las Vegas präsentierte der Konsolenhersteller Harrison eine Schnittkonsole für Filmproduktionen, auf der Ardour lief. Dieses Experiment kann als Ritterschlag für die freie Audio-Anwendung gesehen werden. Im Desktop-Umfeld kann Ardour es schon seit der ersten stabilen Beta in Hinsicht auf den Funktionsumfang mit Pro Tools und ähnlichen Programmen wie Nuendo, Pyramix oder Sequoia aufnehmen.
Die Entwicklung an Ardour begann im Jahr 2000. Die letzte stabile Ausgabe war die Beta-Version 0.99.3 aus dem April 2006, die noch auf Gtk-1 basiert. Bei der Arbeit in Richtung Final Release entschieden sich die Entwickler 2005 jedoch, die Version 1.0 auszulassen und direkt an Version 2.0 mit Gtk-2-Oberfläche zu arbeiten. Die Audio-Workstation kann auf Linux/Unix- und Mac OS X-Systemen eingesetzt werden.



